Zwei Personen an BordBundeswehr-Hubschrauber stürzt in Mali ab

Beim Einsatz im Norden Malis verunglückt ein Hubschrauber des Typs Tiger. Über die Ursache des Unglücks und das Schicksal der beiden Insassen ist noch nichts bekannt.
Im Norden Malis ist nach UN-Angaben ein Kampfhubschrauber der Bundeswehr mit zwei Besatzungsmitgliedern abgestürzt. Der Absturz habe sich in Ilouk, 130 Kilometer südlich von Gao ereignet, hieß es bei der UN-Mission Minusma in Mali. An die Absturzstelle wurden Suchmannschaften entsandt.
Aus UN-Kreisen in Gao hieß es, es gebe keinen Hinweis, dass auf den Hubschrauber "geschossen" worden sei. "Für uns ist es ein Unfall." Der Hubschrauber sei abgestürzt, als die Besatzung eine "Konfrontation am Boden" beobachtete, sagte UN-Sprecher Farhan Haq in New York. Die Suchmannschaften müssten die Gegend zunächst absichern, bevor sie zum Absturzort gelangen könnten.
Die Bundeswehr unterstützt in Gao die UN-Mission Minusma, die als einer der gefährlichsten UN-Einsätze weltweit gilt. Ziel ist die Stabilisierung des krisengeschüttelten Landes. Außerdem unterstützt die Bundeswehr eine EU-Ausbildungsmission in Mali.
An der Minusma sind nach UN-Angaben derzeit 639 Einsatzkräfte der Bundeswehr beteiligt, insgesamt umfasst die Mission 12.000 Mann. Das deutsche Kontingent wurde Anfang des Jahres mit der Entsendung von acht Hubschraubern und einer Aufstockung der Einsatzkräfte vergrößert.
Von der Leyen äußert sich zunächst nicht
Im westafrikanischen Mali sind zahlreiche ausländische Soldaten stationiert. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich hatte im Januar 2013 militärisch eingegriffen, um das Vorrücken von Islamisten und Tuareg-Rebellen vom Norden in den Süden Malis zu stoppen und die dortigen Regierungstruppen zu unterstützen.
Im Januar hatte der Bundestag der Ausweitung des Einsatzmandats für die UN-Mission in Mali auf bis zu tausend deutsche Soldaten zugestimmt. Die Bundeswehr hat vier Tiger-Kampfhubschrauber und vier Transporthubschrauber vom Typ NH-90 im Rahmen dieser Mission nach Mali verlegt.
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen wurde von dem Unglück auf ihrer Sommerreise im oberbayerischen Pöcking unterrichtet. Ein Sprecher der Bundeswehr sprach dort zunächst von einem "ernsten Zwischenfall in einem Einsatzland". Die Aufklärung dauere noch, weshalb man sich nicht zu Details äußern könne.