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Einheimischer Soldat verletzt Bundeswehr-Konvoi in Mali beschossen

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Die Bundeswehr beteiligt sich seit 2013 an der UN-Mission in Mali.

(Foto: imago/Markus Heine)

Bei der Bergung eines UN-Militärfahrzeugs in Mali eröffnen Soldaten das Feuer auf Angehörige der Bundeswehr. Die deutschen Kräfte wehren sich. Am Ende ist ein Soldat der eigentlich verbündeten Malis verletzt.

Soldaten der Bundeswehr sind beim Einsatz in Mali in ein Gefecht mit malischen Soldaten geraten. Wie die Bundeswehr mitteilte, eröffneten die Malis das Feuer, als die deutschen Soldaten mit der Bergung eines UN-Fahrzeuges beschäftigt waren. Die Deutschen erwiderten das Feuer. Von den Bundeswehr-Angehörigen wurde niemand verletzt. Die Soldaten kehrten unverletzt ins Camp Castor zurück.

Bei dem Vorfall gut etwa 50 Kilometer westlich des Camps wurde den Angaben zufolge aber ein malischer Soldat verletzt. Deutsche Soldaten brachten ihn in eine französische Sanitätseinrichtung. Zwar sei sein Zustand stabil, dennoch sei noch nicht außer Lebensgefahr. Weshalb es zu dem Schusswechsel zwischen den Bundeswehrsoldaten und den Kräften der "Forces de défense et de sécurité du Mali" kam, ist noch unklar. Ebenso unklar ist, ob der malische Soldat von deutschen Kräften getroffen wurde. Der Vorfall wird untersucht.

Die Bundeswehr ist vor dem Hintergrund der UN-Mission Minusma in dem afrikanischen Land im Einsatz. Insgesamt gehören der Mission nach Bundeswehr-Angaben rund 11.000 Blauhelmsoldaten sowie Polizisten und Zivilpersonal an. Ziel ist es, das Land zu stabilisieren. Vor allem im Norden des Landes sind zahlreiche islamistische Gruppen aktiv. Deutschland beteiligt sich seit 2013 an der Mission. Der Mali-Einsatz gilt als der gefährlichste Auslandseinsatz der Bundeswehr. Das robuste Mandat erlaubt den Einsatz von bis zu 1100 Soldaten.

Seit Beginn der UN-Mission haben bereits mehr als 100 Blauhelme ihr Leben verloren. Erst Ende Januar hatten bislang Unbekannte einen Stützpunkt der UN-Truppe in Aguelhok im Nordosten des Landes angegriffen. Dabei kamen gut ein Dutzend Blauhelme ums Leben.

Für den damaligen Anschlag hatte das Al-Kaida-nahe Bündnis Dschamat Nusrat al-Islam wa al-Muslimin (Unterstützergruppe für den Islam und Muslime, JNIM) die Verantwortung übernommen. Mehrere Terrorgruppen hatten sich 2017 zu dem Bündnis zusammengeschlossen, darunter Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI). Demnach war der Angriff eine Reaktion auf die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen des Tschads zu Israel.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa/AFP

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