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Materialrochade für die Nato Bundeswehr ist erst 2031 voll ausgestattet

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Damit die Bundeswehr bei der schnellen Eingreiftruppe der Nato führend einwirken kann, wird das nötige Material zwischen den Brigaden verschoben.

(Foto: imago/photothek)

Die Bundeswehr wird die Führungsrolle der Nato-Speerspitze einnehmen. Die zuständige Brigade ist allerdings nur voll ausgestattet, weil Material aus anderen Bereichen abgezogen wird. Dort herrscht deswegen akuter Mangel. Eine Vollausstattung dauert noch zwölf Jahre.

Die neun Brigaden der Bundeswehr werden nach Ansicht des Generalinspekteurs der Truppe erst in zwölf Jahren vollständig ausgestattet sein. Die langfristigen Planungen würden das Ziel für 2031 vorsehen, sagte Eberhard Zorn beim Besuch der CSU-Klausur im oberbayerischen Kloster Seeon. "Das ist abgestimmt innerhalb der Nato, aber auch mit den EU-Partnern."

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Generalinspekteur Eberhard Zorn weiß: "Natürlich haben wir zu wenig Material."

(Foto: imago/photothek)

Die Bundeswehr sei aber dennoch in der Lage, die jüngst übernommene Führungsrolle als Nato-Speerspitze in diesem Jahr zu erfüllen. "Wir haben uns für diese Brigade selbstverständlich, das ist bekannt, das Material ausgeliehen aus anderen Truppenteilen der Bundeswehr", sagte Zorn. Die Brigade sei voll führungsfähig und voll einsatzbereit. "Die negative Seite ist, dass wir tatsächlich in den Truppenteilen, die Material abgegeben haben, natürlich Material zu wenig haben." Diese Lücken müssten nun geschlossen werden.

Zorn gab sich aber zuversichtlich, dass die Bundeswehr sowohl personell als auch bei der Ausrüstung ab 2019 besser dastehen werde als in der Vergangenheit. "Mein Sorgenpunkt ist unverändert das Thema der Ersatzteil-Pakete. Hier sind aber alle Weichen gestellt, so dass ich ab Mitte des Jahres damit rechne, dass wir auch hier vorankommen." Dank der Ausstattung des Verteidigungshaushalts könne die Bundeswehr auch neue Großprojekte starten.

"Schwerfällige Materialbewirtschaftung"

Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hans-Peter Bartels, sieht die Bundeswehr für die Führung der schnellen Nato-Eingreiftruppe allerdings nicht gut gerüstet. "Man wird den ganzen, schwerfällig gewordenen Komplex der Materialbewirtschaftung sehr stark verbessern müssen, um diese neue Aufgabe wirklich gut bewältigen zu können, ohne alles andere zu vernachlässigen", sagte Bartels dem Bayerischen Rundfunk.

Schon 2015 habe er bei einem Truppenbesuch festgestellt, wie groß die Probleme seien - da sei die superschnelle Eingreiftruppe noch in der Testphase gewesen. Die Soldaten hätten ihm damals "eine Liste mit 15.000 einzelnen Teilen" übergeben, "die sie sich ausgeliehen hatten, um vollständig ausgerüstet sein zu können", berichtete Bartels.

Quelle: ntv.de, mba/dpa/AFP