Politik

Ende einer Auslandsmission Bundeswehr zieht aus Somalia ab

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Zeit für den Heimflug: Bundeswehrsoldaten am Horn von Afrika.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Einsatz ist vergleichsweise klein, das Risiko dafür umso größer: Acht Jahre lange bildet die Bundeswehr somalische Sicherheitskräfte aus, zuletzt auch in Mogadischu. Das Mandat läuft aus, im März rücken die Deutschen ab.

Die Bundeswehr beendet ihren achtjährigen Ausbildungseinsatz in Somalia. Die dort stationierten Soldaten werden das ostafrikanische Land bis Ende März verlassen. Die Bundesregierung wolle den Einsatz der Truppe an der europäischen Ausbildungsmission (EUTM SOM) auslaufen lassen und kein neues Bundestagsmandat dafür anstreben, erklärte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Laut "Spiegel" hält die Bundeswehrführung den Einsatz angesichts des nötigen Aufwands und des enormen Risiko für zu ineffektiv.

Der Einsatz in Somalia ist mit bis zu 20 Soldaten eine der kleinsten, aber auch eine der gefährlichsten Auslandsmissionen der Bundeswehr. Das Land am Horn von Afrika ist von vielen Bürgerkriegen geplagt und wird seit Jahren von der Al-Shabaab-Miliz terrorisiert. Die islamistische Gruppe kontrolliert die Gebiete im Süden Somalias und steht seit 2008 auf der US-Liste terroristischer Organisationen. Seit 2010 trainiert die EU somalische Soldaten und berät das Verteidigungsministerium in der Hauptstadt Mogadischu in strategischen Fragen, um die somalischen Streitkräfte für den Kampf gegen die Miliz zu stärken.

Bundeswehr bleibt präsent

Aufgrund der Gefahrenlage im Land beteiligten sich die deutschen Soldaten zunächst von Uganda aus an der Ausbildung der somalischen Armee. Seit 2014 waren die Militärexperten aus Deutschland auch in Mogadischu stationiert. Das Mandat für den Einsatz hatte der Bundestag zuletzt im März 2017 bis zum 31. März 2018 verlängert. "Somalia ist seit Jahrzehnten eine Anarchie gewesen", erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amts damals. "Es wird sehr lange brauchen, bis in Somalia so etwas entsteht wie ein stabiles Staatswesen."

An dem multinationalen Einsatz der EU beteiligen sich nach Angaben der Bundeswehr zwölf Nationen mit insgesamt 155 Mann. Aus Deutschland sind derzeit noch fünf Soldaten in Mogadischu im Einsatz. Die Versorgung und Logistik der Minimission bindet aber wesentlich mehr Kräfte der Truppe.

Die Bundeswehr bleibt mit dem Anti-Piraterie-Einsatz "Atalanta" weiterhin in der Region präsent. Daran sind aktuell 30 deutsche Soldaten der Marine beteiligt. Seit Beginn des Einsatzes ist die Zahl der Piratenangriffe vor der ostafrikanischen Küste stark zurückgegangen. Das Atalanta-Mandat läuft noch bis Mai.

Quelle: ntv.de, chr/dpa/AFP