Politik

Waffen und radioaktives Material Bundeswehroffizier sammelte Strontium-90

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Strontium-90 ist krebserregend. Die Substanz wird vor allem in der Medizin und der Industrie eingesetzt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Vor anderthalb Wochen entdecken Ermittler bei einem nordrhein-westfälischen Bundeswehroffizier ein umfangreiches Waffenlager. Ihre Vorwürfe müssen sie erweitern: Der Hauptmann hortet auch radioaktives Material und ist im Besitz heikler Dossiers zu Nordkorea.

Bei dem Bundeswehroffizier, der in Nordrhein-Westfalen wegen umfangreicher Waffenbestände festgenommenen wurde, ist auch radioaktives Material gefunden worden. Es handele sich um Strontium-90, hat eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main eine Meldung des "Spiegel" bestätigt. Die Ermittlungen gegen den Soldaten wurden laut der Sprecherin deshalb um den Vorwurf des unerlaubten Umgangs mit radioaktiven Stoffen erweitert.

Wie viel Strontium-90 der Offizier gesammelt hatte, blieb offen. Die krebserregende Substanz wird vor allem in der Medizin und der Industrie eingesetzt. Es tritt auch im Umfeld von Atomtests sowie in Abfällen von Atomkraftwerken auf.

Ermittler hatten am 12. Oktober bei einer Razzia in Aldenhoven im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen ein umfangreiches Waffenlager bei dem Bundeswehroffizier entdeckt. Bislang waren dem Hauptmann Verstöße gegen das Außenwirtschafts- und das Kriegswaffenkontrollgesetz vorgeworfen worden.

"Umfangreiche kommunistische Literatur"

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Das Bundesverteidigungsministerium hatte nach dem Fund mitgeteilt, dass die Waffen ersten Erkenntnissen zufolge nicht aus Bundeswehrbeständen stammen. Der "Spiegel" berichtet unter Berufung auf einen Vermerk des Ministeriums, der Großteil des Materials stamme aus dem früheren Ostblock. Dem Magazin zufolge geht es um Kalaschnikow-Gewehre, Panzer- und Flugabwehrwaffen sowie etliche entschärfte Granaten und Munition. Der Mann gehört einem Bundeswehrzentrum an, das für die Analyse selbstgebauter Sprengsätze und deren Abwehr zuständig ist.

Besorgnis bei den Behörden löste auch der Fund zweier sensibler Dokumente bei dem Offizier aus. Nach "Spiegel"-Informationen handelt es sich um zwei aktuelle Dossiers des Bundesnachrichtendienstes über die Lage in Nordkorea. Offen sei, wie der Beschuldigte an die heiklen Papiere kam. Auch "umfangreiche kommunistische Literatur" soll bei der Razzia sichergestellt worden sein. Neben Staatsanwaltschaft und Zoll ermittelt den Angaben zufolge der Militärische Abschirmdienst, der seine Spionageabwehr eingeschaltet habe.

Quelle: ntv.de, chr/AFP

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