Politik

Dritte Schlappe für Junge Union CDU stimmt für verpflichtendes soziales Jahr

314516837.jpg

JU-Chef Tilman Kuban ist gegen ein verpflichtendes soziales Jahr.

(Foto: picture alliance / Flashpic)

Zum Ende des Parteitags wird die CDU noch einmal leidenschaftlich: Mit deutlicher Mehrheit sprechen sich die Delegierten für die Verpflichtung zu einem "Gesellschaftsjahr" aus. Die Junge Union lehnt das verpflichtende Jahr ab.

Die Delegierten haben sich auf dem CDU-Parteitag für die Einführung eines verpflichtenden Gesellschaftsjahres ausgesprochen. In der letzten großen Debatte des Zusammentreffens in Hannover stritten die Delegierten mit Vehemenz darüber, ob ein soziales Jahr freiwillig oder verpflichtend sein sollte. Parteichef Friedrich Merz hatte sich schon im Vorfeld des Parteitags für Freiwilligkeit ausgesprochen.

In mehreren Beiträgen berichteten Redner von den guten Erfahrungen, die sie als junge Männer während der Zivildienstzeit gemacht hätten. "Weil wir mal raus aus unseren Blasen kommen", erklärte etwa der Hamburger CDU-Chef Christoph Ploß, der für eine Verpflichtung zum Gesellschaftsjahr plädierte. Ähnlich argumentierte der Abgeordnete Philipp Amthor für die Pflichtvariante. "Wir wollen unterscheidbare Positionen, klare Positionen, darum können wir uns auch etwas trauen", sagte er.

Hingegen warnte der Vorsitzende der Jungen Union, Tilman Kuban, davor, den Antrag für ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr zu beschließen, ohne sich bei der jungen Generation, die es betreffen würde, ihrer Bereitschaft zu versichern. Wenn die CDU diesen Beschluss fasse, "ohne vorher auf Augenhöhe diskutiert zu haben, müssen wir uns nicht wundern, wenn die Ergebnisse bei den Erstwählern nicht besser, sondern schlechter werden."

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Karin Prien verwies auf das Beispiel Israel, wo junge Frauen zwei, junge Männer drei Jahre in die Armee gehen würden. Ihre Auffassung sei, "dass die Staatsbürgerschaft nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten begründet". Die Gesellschaft falle immer stärker auseinander. Prien forderte den "Mut, den Menschen etwas abzuverlangen".

(Dieser Artikel wurde am Samstag, 10. September 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, fni

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen