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Netz macht sich lustig CDU streicht Amthors Antwortvideo auf Rezo

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Maulkorb statt viraler Hit für Philipp Amthor.

(Foto: imago images / Metodi Popow)

Der Youtuber Rezo beklagt in einem Video, dass die CDU "unser Leben und unsere Zukunft" zerstöre. Die Christdemokraten drehen daraufhin ein Antwortvideo mit Jungpolitiker Philipp Amthor, wollen es aber nicht veröffentlichen. Dafür erntet die CDU Hohn und Spott.

Die CDU hat wohl entschieden, keine eigene Videobotschaft des 26-jährigen Politikers Philipp Amthor als Antwort auf das polarisierende Video des Youtubers Rezo zu veröffentlichen. Dabei war das Amthor-Video bereits abgedreht. Der Dreh des Videos habe Amthor Spaß gemacht, sagte der Bundestagsabgeordnete in einem Video des Journalisten Jürn-Jakob Gericke. "Aber wir haben uns dafür entschieden, dass die Übermittlung eines Videos jetzt nicht der beste Weg ist", führte Amthor fort. Der CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak habe Rezo daher zu einer offenen Diskussion ins Konrad-Adenauer-Haus eingeladen.

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Nachdem sich bereits mehrere CDU-Politiker zu dem Video geäußert hatten, wollte die CDU auch im Netz antworten und kündigte die Videoreaktion des jüngsten direkt gewählten Bundestagsabgeordneten an. Bereits am Mittwoch soll mit Amthor gedreht worden sein. Ein Foto soll den 26-Jährigen im Studio vor der Kulisse des CDU-Wahlwerbespots von EU-Urgestein Elmar Brok zeigen.

Der in seinen Youtube-Kanälen ansonsten eher unpolitische Rezo attackiert in dem 55 Minuten langen Clip mit dem Titel "Die Zerstörung der CDU" nicht nur die Unionsparteien, sondern auch SPD und AfD. Dabei beklagt er ungerechte Vermögensverteilungen in Deutschland, eine nach seiner Meinung jeder wissenschaftlichen Vernunft widersprechende Klima- und Umweltpolitik, Inkompetenz einzelner Unionspolitiker oder die angebliche deutsche Beteiligung an Kriegsverbrechen. Unterlegt ist dies mit einer langen Liste an Quellen.

Auch AKK tritt ins Fettnäpfchen

Derweil spottet das Netz über die Entscheidung der Christdemokraten, die Amthor-Antwort nicht zu veröffentlichen. "Die CDU kann das Video mit Amthor nicht hochladen. Die CDU sucht noch nach der AOL CD, um sich ins Internet einwählen zu können", schreibt eine Nutzerin auf Twitter. Auch der ehemalige Sportreporter Rolf Fuhrmann witzelte auf Twitter: "Ich warte seit Stunden auf das Video von Amthor. Oder wird das auf Ibiza gedreht und erst in zwei Jahren veröffentlicht??"

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CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte im Netz mit ihrer Antwort auf das Video ebenfalls für Spott gesorgt. "Ich habe mich gefragt, warum wir nicht eigentlich auch noch verantwortlich sind für die sieben Plagen, die es damals in Ägypten gab", sagte sie.

Allerdings ist der bekennenden Katholikin hier ein Fehler unterlaufen. Tatsächlich ist im Alten Testament von zehn Plagen in Ägypten die Rede, wie Rainer Kampling, Professor für Katholische Theologie an der FU Berlin n-tv.de bestätigte. Dies gilt sowohl für das 2. Buch Mose als auch den Psalm 105. Kampling vermutet, dass Kramp-Karrenbauer ein Versehen unterlaufen ist. "Vielleicht hat sie sich einfach versprochen und angesichts des Wahlergebnisses von den sieben Plagen der Endzeit gesprochen." In der Offenbarung des Johannes im Neuen Testament ist jedenfalls nur von sieben Plagen die Rede - allerdings sind diese deutlich apokalyptischer in ihren Auswirkungen.

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Quelle: n-tv.de, mba/dpa

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