Politik

Treffen mit Castro-EnkelCIA-Chef überbringt in Havanna US-Gesprächsangebot

15.05.2026, 13:08 Uhr
00:00 / 03:27
John-Ratcliffe-Director-Central-Intelligence-Agency-CIA-speaks-during-a-press-conference-conducted-by-United-States-President-Donald-J-Trump-in-the-James-S-Brady-Press-Briefing-Room-of-the-White-House-in-Washington-DC-USA-on-Monday-April-6-2026-The-President-is-expected-to-take-questions-on-the-Iran-War-and-oil-prices-Standing-at-right-is-US-Secretary-of-War-Pete-Hegseth
CIA-Chef Ratcliffe hat die Offerte persönlich überbracht. (Foto: picture alliance / abaca)

Mehrfach erklärt die US-Regierung, sich absehbar Kuba zuwenden zu wollen. Präsident Trump hat das Land auf die Terrorliste gesetzt. Nun schickt der den Chef des Auslandsgeheimdienstes auf die Insel, um Gesprächsbereitschaft zu signalisieren - allerdings unter Bedingungen.

Der Chef des US-Auslandsgeheimdiensts CIA, John Ratcliffe, hat sich in Havanna mit Vertretern Kubas getroffen. Die Zusammenkunft mit ranghohen Beamten des Innenministeriums habe auf Antrag der US-Regierung stattgefunden, teilte die kubanische Regierung mit. Mehrere US-Medien berichteten unter Berufung auf einen CIA-Beamten übereinstimmend, Ratcliffe habe sich unter anderem mit Kubas Innenminister Lazaro Alvarez Casas und mit Raul Guillermo Rodriguez Castro getroffen, einem Enkel von Raul Castro.

Das Nachrichtenportal Axios und der Sender NBC News zitierten einen CIA-Beamten mit der Aussage, dass Ratcliffe nach Kuba gereist sei, um die Botschaft von US-Präsident Donald Trump zu überbringen, "dass die Vereinigten Staaten bereit sind, sich ernsthaft mit Wirtschafts- und Sicherheitsfragen zu befassen, jedoch nur, wenn Kuba grundlegende Veränderungen vornimmt".

Von der kubanischen Regierung hieß es, der Besuch habe vor dem Hintergrund "komplexer" bilateraler Beziehungen darauf gezielt, den politischen Dialog zwischen beiden Ländern zu fördern. Kubas Vertreter hätten bei dem Treffen mit Ratcliffe und der US-Delegation eindeutig nachweisen können, dass die Insel "keine Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA" darstelle, erklärte die Regierung in Havanna. Es gebe keinen Grund, das Land weiterhin auf der US-Liste der staatlichen Sponsoren von Terrorismus zu führen, für die Sanktionen gelten. Kuba finanziere oder dulde keine terroristischen Organisationen und habe "niemals feindliche Aktivitäten gegen die USA unterstützt".

Parallel zu dem Besuch der CIA-Delegation kündigte das US-Außenministerium an, dass die 27-Jahre alte kubanische Regierungskritikerin Sissi Abascal Zamora und ihre Familie ins Exil in die USA gegangen seien. Abascal wurde aus der Haft entlassen. Sie war nach den großen Protesten vom 11. Juli 2021 gegen die Regierung zu sechs Jahren Haft verurteilt worden.

Seit der Revolution 1959 sind die Beziehungen zwischen Kuba und der USA angespannt, mit dem jüngsten Regierungswechsel in Washington haben sie sich nochmals verschärft. Als eine seiner ersten Amtshandlungen nach dem erneuten Einzug ins Weiße Haus hatte Trump im Januar 2025 den von der Kommunistischen Partei regierten Inselstaat wieder auf die US-Terrorliste gesetzt. Er erhöhte den Druck, um auf Kuba einen wirtschaftlichen und politischen Wandel im Interesse der USA zu forcieren. In den vergangenen Monaten führten die beiden Regierungen nach eigenen Angaben Gespräche, deren Inhalt nicht bekannt ist.

Quelle: ntv.de, mwa/dpa/rts

KubaUSACIA