Politik
US-Präsident Donald Trump denkt laut einem Regierungsbeamten gern laut.
US-Präsident Donald Trump denkt laut einem Regierungsbeamten gern laut.(Foto: AP)
Mittwoch, 04. Juli 2018

Gedankenspiele im Weißen Haus: CNN: Trump wollte Venezuela angreifen

Dass US-Präsident Trump seine Ideen auch äußert, wenn sie nicht en Detail durchdacht sind, weiß die Welt spätestens seit der Koreakrise - doch Trump hatte 2017 offenbar auch Venezuela im Visier. Angeblich erwog er sogar eine Militäraktion gegen das Krisenland.

US-Präsident Donald Trump soll im vergangenen Jahr mit dem Gedanken gespielt haben, in Venezuela einzumarschieren. Bei einem Treffen mit seinen Beratern habe er diese Option angesprochen, berichtet CNN unter Berufung auf einen ranghohen Regierungsbeamten. Demnach sei es bei den Beratungen zunächst nur darum gegangen, wie man die autokratische Führung des südamerikanischen Landes unter dem sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro diplomatisch sanktionieren könne.

Doch dann habe auch der damalige Nationale Sicherheitsberater Trumps, H. R. McMaster, dem Präsidenten von einem militärischen Einschreiten abraten müssen - auch im Hinblick auf die möglichen Reaktionen der US-amerikanischen Verbündeten in der Region. Laut CNN gab es zu keinem Zeitpunkt konkrete Pläne für einen Militärschlag. "Der Präsident sagt und denkt eine Menge verschiedener Sachen", so der Regierungsbeamte. "Und er denkt eben laut."

Einen Monat später habe Trump die Militäroption allerdings erneut zur Sprache gebracht - dieses Mal am Rande einer UN-Versammlung, heißt es in dem Bericht weiter. Auch dort hätten jedoch alle Staats- und Regierungschefs lateinamerikanischer Länder eine militärische Aktion abgelehnt.  

Im Juli 2017 hatten die Vereinigten Staaten schließlich Finanzsanktionen gegen die Regierung Maduros verhängt. Damit reagierte das Weiße Haus auf die international scharf kritisierte Wahl einer verfassungsgebenden Versammlung. Trotz blutiger Proteste und schwerer Betrugsvorwürfe plante Maduro damals eine Verfassungsreform, die seine Macht festigen sollte. Bei den Präsidentschaftswahlen im April 2018 wurde Maduro trotz aller Probleme im Land wiedergewählt.

Venezuela steckt in einer tiefen politischen und wirtschaftlichen Krise. Wegen Devisenmangels kann das ölreiche Land kaum noch Lebensmittel und Medikamente einführen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für das laufende Jahr mit einem Einbruch der Wirtschaftskraft um 15 Prozent und einer Inflationsrate von mehr als 13.000 Prozent. Angesichts der humanitären Krise haben bereits Hunderttausende Venezolaner das Land verlassen.

Quelle: n-tv.de