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US-Präsidentschaftskandidat Cain: "Nie sexuell belästigt"

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Cain gilt als extrem konservativer und unerfahrener Kandidat.

(Foto: AP)

Der überraschend erfolgreiche Präsidentschaftsbewerber der US-Republikaner muss sich gegen Vorwürfe sexueller Belästigung verteidigen. Zwei Frauen beschweren sich über Anzüglichkeiten Cains in den 90er Jahren. Der konservative Kandidat weist alle Vorwürfe zurück.

Im US-Präsidentschaftswahlkampf muss sich einer der derzeit aussichtsreichsten republikanischen Bewerber gegen Vorwürfe sexueller Belästigung erwehren. "Nummer eins - in meinen über 40 Jahren im Geschäftsleben habe ich nie irgendjemanden sexuell belästigt", sagte der frühere Pizzaunternehmer Herman Cain. "Nummer zwei - als ich beim Nationalen Gaststättenverband war, hat man mich zu Unrecht der sexuellen Belästigung beschuldigt", sagte er.

Wie die Polit-Webseite Politico berichtete, haben sich zwei Frauen in den 1990er Jahren über anzügliche Bemerkungen und Gesten Cains beschwert. Demnach war er Chef des Nationalen Gaststättenverbandes (National Restaurant Association), als sich die Frauen über ihn beklagt hätten. Am Ende hätten die Frauen eine Abfindung erhalten, sich zum Verlassen der Vereinigung und zum Schweigen verpflichtet. Die Webseite berief sich dabei auf nicht näher beschriebene Dokumente.

Cain überraschend erfolgreich

Zu den Abfindungen sagte Cain, er könne sich nicht daran erinnern. "Ich hoffe, es war nicht viel, weil ich ja gar nichts getan habe", sagte er 65-Jährige weiter. Seine Anhänger sehen in den Vorwürfen gar den Versuch, den beliebten Kandidaten zu diskreditieren. Cain mische die politische Landschaft in Washington auf, zitierte die "Washington Post" Wahlkampfsprecher J.D. Gordon. "Branchenmedien" passe das nicht, und sie versuchten daher nun, ihn durch Angriffe auf seinen Charakter zu stoppen.

Der frühere Chef der Restaurantkette Godfather's Pizza ist gegenwärtig laut Umfragen neben Mitt Romney, dem Exgouverneur von Massachusetts, Spitzenreiter des konservativen Bewerberfeldes. Im Bundesstaat Iowa, in dem am 3. Januar die Serie der Vorwahlen eröffnet wird, hat Cain nach einer jüngsten Erhebung der örtlichen Zeitung "Des Moines Register" sogar die Nase knapp vorn. Dass er derart mitmischt, hat viele Experten überrascht, da Cain über keinerlei politische Erfahrungen verfügt.

Quelle: n-tv.de, dpa

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