Politik

US-Unterwasserdrohne beschlagnahmt China will die Sache "angemessen" regeln

5891519ad17de376fa2fab7d5a669411.jpg

Die "USNS Bowditch" (links) auf einem Bild aus dem Jahr 2013.

(Foto: dpa)

Am Donnerstag zieht ein chinesisches U-Boot eine Unterwasserdrohne aus dem Meer. Die USA fordern den Tauchroboter zurück. Jetzt wird verhandelt. Und auch Donald Trump hat zu dem Thema etwas zu sagen.

Die USA und China verhandeln über die Rückgabe einer Unterwasserdrohne, die am Donnerstag von der chinesischen Marine aus dem Südchinesischen Meer gezogen worden war. "Nach unseren Informationen sprechen die amerikanische und die chinesische Seite über ihre militärischen Kanäle darüber, das Thema angemessen zu regeln", teilte das chinesische Außenministerium der Nachrichtenagentur AP mit. Weitere Informationen gab es nicht.

*Datenschutz

Update: Donald Trump hat sich zu dem Vorfall geäußert. "China stiehlt Forschungsdrohne der US-Navy in internationalen Gewässern", twitterte er. Dies sei ein "beispielloser Vorfall". Erst am Freitag hatte Präsident Barack Obama Trump indirekt gewarnt, die Beziehungen zu China in einen "Konfliktmodus" abgleiten zu lassen.

Die USA verlangen die Rückgabe der Drohne. Ein Sprecher des Pentagon hatte am Freitag gesagt, die Drohne sei rund 92 Kilometer nordwestlich der Subic-Bucht auf den Philippinen von einem aufgetauchten chinesischen U-Boot beschlagnahmt worden. Der Vorfall ereignete sich in internationalen Gewässern. Nach Ansicht der USA verstieß die Beschlagnahmung gegen internationales Recht.

Demnach war das Forschungsschiff "USNS Bowditch" gerade dabei, zwei unbemannte Unterwasserdrohnen zu bergen. Bei dem Tauchroboter handele es sich um einen Unterwassergleiter, wie er überall auf der Welt genutzt werde, um "militärische ozeanographische Daten" zu sammeln, wie Salzgehalt, Wassertemperatur und Schallgeschwindigkeit, sagte Pentagon-Sprecher Peter Cook. Das Gefährt habe Routine-Operationen durchgeführt, die von internationalem Recht gedeckt gewesen seien.

161008-N-ZZ999-001.JPG

Mit diesem Bild einer anderen Unterwasserdrohne auf einem anderen Schiff illustriert das Pentagon seine entsprechende Meldung.

(Foto: defense.gov)

Von dem chinesischen U-Boot aus wurde ein kleines Boot zu Wasser gelassen, das die Drohne an Bord nahm. Die Aufforderung der "USNS Bowditch", die Drohne herauszugeben, wurde von dem chinesischen Schiff ignoriert.

"Wir hätten den Gleiter gern wieder"

Pentagon-Sprecher Jeff Davis forderte China auf, den Unterwassergleiter herauszugeben. "Er gehört uns. Er ist deutlich gekennzeichnet. Wir würden ihn gern wiederhaben und wollen, dass so etwas nie wieder passiert." Den Wert der Drohne gab er mit 150.000 Dollar an.

Das chinesische Militär bestätigte, dass die USA um Herausgabe eine Unterwasserdrohne gebeten hätten. Die staatliche Zeitung "Global Times" schrieb am Samstag, China glaube, der Vorfall werde sich "erfolgreich" lösen lassen. Die Drohne sei während einer "Sicherheitsprüfung" im Südchinesischen Meer beschlagnahmt worden.

China erhebt Anspruch auf weite Teile des Südchinesischen Meeres und streitet sich darüber mit anderen Staaten. In der Region werden reiche Öl- und Gasvorkommen vermutet. Außerdem ist das Gebiet für die Fischerei wichtig und liegt auf der direkten Schifffahrtsroute zwischen Europa und Ostasien.

"Es ist normal, dass wir solche Dinge an uns nehmen"

Der Vorfall spielt vor dem Hintergrund eines angespannten Verhältnisses Chinas und der USA. Der designierte US-Präsident Donald Trump hatte Peking mit einem direkten Telefonat mit Taiwan verärgert und danach die Ein-China-Politik der USA in Frage gestellt. Zuletzt hatte China Trump in scharfen Worten kritisiert.

AP zufolge zitierten chinesische Medien einen Admiral im Ruhestand, der sagte, China habe das Recht, solche Unterwassergleiter zu beschlagnahmen.

Als "militärischen Konflikt" wollte Admiral Yang Yi die Sache nicht bewerten. Dennoch hätte sich das Risiko einer Konfrontation nach Trumps jüngsten Äußerungen erhöht. "Es ist normal, dass wir solche Dinge, die Amerika an unsere Türschwelle schickt, an uns nehmen und untersuchen", sagte Yang. "Je lauter sie sich beschweren, desto hohler klingt es."

Quelle: ntv.de, hvo/rts/dpa