Politik

Kritik an neuer Nuklearstrategie China wirft USA "Kalter-Krieg-Mentalität" vor

93491010.jpg

Der Atomkonfllikt mit Nordkorea alarmiert die USA: Hier macht der Flugzeugträger USS Theodore Roosevelt letzten Sommer im Pazifik eine Übung.

(Foto: picture alliance / Paul L. Arche)

Das Pentagon stuft neben Russland und Nordkorea auch die Atommacht China als Bedrohung ein. Zur Abschreckung setzt Washington nun auf nukleare Waffen mit einer geringeren Sprengkraft. In Peking sorgt das für Verärgerung.

China hat die USA für ihre neue Atomwaffenstrategie kritisiert. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte: "Wir hoffen, dass die USA ihre Kalter-Krieg-Mentalität ablegen, Verantwortung für die nukleare Abrüstung übernehmen und Chinas nationale Verteidigung und militärische Entwicklung gerecht beurteilen."

Frieden und Entwicklung seien unumkehrbare weltweite Trends, so der Sprecher weiter. Die USA als Land mit dem weltweit größten Atomwaffenarsenal sollten die Initiative ergreifen und diesem Trend folgen, statt sich ihm entgegenzustellen. Das Ministerium rief die USA zur Zusammenarbeit auf.

Das US-Verteidigungsministerium hatte am Freitag erstmals seit 2010 eine neue Atomwaffenstrategie vorgelegt. Darin werden China und Russland als Bedrohungen eingestuft. Während die USA die Zahl ihrer Atomwaffen in den vergangenen Jahren reduziert hätten, bewegten sich Russland, China und Nordkorea in die entgegengesetzte Richtung, hieß es in dem Dokument. China jedoch erklärte nun, seine nukleare Stärke werde in dem Papier hochgespielt. Zudem arbeite das Pentagon vor allem mit Spekulationen.

Auch in Russland stieß die neue US-Strategie auf scharfe Kritik. Die Regierung in Moskau teilte mit, das Dokument richte sich gegen Russland. Die Vorwürfe wies sie zurück.

Der neuen Strategie zufolge wollen die USA kleinere Atomwaffen mit geringerer Sprengkraft entwickeln, um flexibler auf Angriffe reagieren zu können. Dabei gehe es nicht darum, die Einsatzschwelle für Atomwaffen in einem herkömmlichen Krieg abzusenken. Ziel sei vielmehr, eine Reihe flexibler und maßgeschneiderter Optionen zur Verfügung zu haben, um auf neue sicherheitspolitische Herausforderungen reagieren zu können.

Quelle: n-tv.de, hul/rts/dpa

Mehr zum Thema