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"Will nicht ins Gefängnis" Cohen: Giuliani könnte sich gegen Trump wenden

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Ermittler der US-Bundespolizei FBI hatten am Mittwoch die Wohnung und das Büro Giulianis in New York durchsucht.

(Foto: imago images/UPI Photo)

Gegen Rudy Giuliani, den früheren Anwalt von Ex-US-Präsident Trump, laufen derzeit Ermittlungen. Bisheriger Höhepunkt: die Durchsuchung von Büro und Wohnung. Michael Cohen, ein weiterer bereits verurteilter Ex-Anwalt von Trump, glaubt: Die Sache könnte noch unangenehm für Trump werden.

Für einigen Wirbel sorgte die Wohnungsdurchsuchung bei Rudy Giuliani, dem Ex-Anwalt des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Hintergrund sind die Ukraine-Aktivitäten des früheren New Yorker Bürgermeisters - er wird verdächtigt, in den USA illegale Lobbyarbeit für ukrainische Kunden getätigt zu haben. Zwar weist der 76-Jährige die Vorwürfe zurück. Dennoch könnte die Sache noch delikat werden - und womöglich auch für Trump. Daran glaubt jedenfalls ein weiterer früherer Anwalt des Ex-Präsidenten, Michael Cohen.

Ermittler der US-Bundespolizei FBI hatten am Mittwoch die Wohnung und das Büro Giulianis in New York durchsucht. Dabei wurden auch Handys und Computer beschlagnahmt. "Wer weiß, worin Rudy verwickelt war", sagte Cohen gegenüber dem US-Sender CNN. Er geht davon aus, dass die Ermittler versuchen werden, die digitale Korrespondenz auf den Geräten von Giuliani wiederherzustellen, sofern sie gelöscht worden sei, und die Ermittlungen auszuweiten. Dies könne womöglich auch Menschen in Trumps Umfeld in Schwierigkeiten bringen, spekulierte Cohen.

"Rudy ist ein Idiot", sagte Cohen. "Rudy verhält sich so unberechenbar, wer weiß, was auf diesen Telefonen ist oder was auf seinen Computern ist." Zudem geht Trumps Ex-Anwalt davon aus, dass Giuliani sich gegen Trump wenden würde, wenn es nötig sei. "Donald weiß, dass Rudy alle Informationen, die er hat, weitergeben wird", so Cohen. Denn Giuliani habe kein Interesse daran, ins Gefängnis zu gehen und "die goldenen Jahre seines Lebens hinter Gittern zu verbringen".

Cohen selbst hatte dieses Schicksal ereilt - er war zu einer 36-monatigen Haftstrafe verurteilt worden, unter anderem wegen Schweigegeldzahlung an Pornostar Stormy Daniels, die er nach eigenen Angaben im Auftrag von Trump veranlasst hatte. Das wurde als Verstoß gegen Regeln der Wahlkampffinanzierung gewertet. 2018 hatte Cohen sich dessen schuldig bekannt, und auch, während der Russland-Ermittlungen gelogen zu haben. Den Rest seiner Haft sitzt er mittlerweile im Hausarrest ab.

Trump: "Sehr, sehr unfair"

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Trump selbst hatte die Durchsuchung bei Giuliani als "sehr, sehr unfair" bezeichnet. "Rudy Giuliani ist ein großartiger Patriot", sagte Trump im konservativen Fernsehsender Fox Business. "Er liebt dieses Land, und sie durchsuchen seine Wohnung." Die Justiz und die Ermittler würden "mit zweierlei Maß" messen. "Ich weiß nicht, was sie suchen, ich weiß nicht, was sie machen."

Cohen glaubt jedoch, dass Tump alles andere als glücklich über die Ermittlungen ist. Auf die Frage der CNN-Reporterin, ob Trump Angst habe, antwortete Cohen: "Ich weiß, dass es so ist." Trump mache sich nur um einen Menschen Sorgen, sich selbst. So sei der Ex-Präsident auch gewillt, jeden im Stich zu lassen ("to be thrown under the bus"), wenn die Zeit dafür gekommen sei. Er habe Giuliani auch persönlich davor gewarnt, so Cohen. "Und das ist genau das, was passieren wird."

Quelle: ntv.de, kst

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