Politik

Trumps früherer Anwalt Wohnung und Büro von Giuliani durchsucht

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Giuliani setzte sich für eine zweite Amtszeit seines damaligen Mandanten ein - vergeblich.

(Foto: REUTERS)

Rudy Giuliani holt seine Vergangenheit ein: Wegen seiner Verstrickungen in die Ukraine-Affäre des damaligen Präsidenten Trump sieht sich der Anwalt umfangreichen Ermittlungen ausgesetzt. Er bestreitet bislang jegliches Fehlverhalten.

US-Ermittler haben die New Yorker Wohnung und das Büro von Rudy Giuliani durchsucht. Das berichteten die "New York Times" sowie die TV-Sender CNN und NBC unter Berufung auf anonyme Quellen. Giuliani war einst Bürgermeister von New York City und diente Ex-Präsident Donald Trump jahrelang als persönlicher Anwalt. Zunächst hatte die "New York Times" die Durchsuchung in Manhattans Upper East Side sowie in Giulianis Büro in New York öffentlich gemacht. Beamte stellten demnach mehrere elektronische Geräte in den Gebäuden sicher.

Die Durchsuchungen hängen mit Giulianis Verwicklung in die Ukraine-Affäre zusammen, die zum ersten Amtsenthebungsverfahren gegen Trump wegen Machtmissbrauchs geführt hatte. Das Lager des im November abgewählten Republikaners hatte versucht, den Präsidentschaftskonkurrenten Joe Biden mit angeblichen zweifelhaften Geschäften seines Sohnes Hunter in der Ukraine in Verbindung zu bringen.

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Die Beamten suchten auch das Apartment von Giuliani in Manhattan auf.

(Foto: REUTERS)

Trumps Anwalt Rudy Giuliani spielte bei dem Unterfangen eine Schlüsselrolle und drängte ukrainische Behörden vergeblich zu Ermittlungen gegen die Bidens. Laut der "New York Times" konzentrierten sich die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft gegen Giuliani auch darauf, ob dieser unlauteren Einfluss auf die Trump-Regierung im Auftrag ukrainischer Geschäftsleute ausgeübt habe.

Biden gewann die Wahl im vergangenen Jahr und ist seit Januar US-Präsident. Die Durchsuchung von Grundstücken durch Ermittlungsbehörden bedeutet noch nicht, dass von einer Schuld Giulianis ausgegangen werden kann. Allerdings ist die von einem Richter genehmigte Ermächtigung gegen einen Anwalt, noch dazu dem des Ex-Präsidenten, selten. Sie markiert auch einen bedeutenden Punkt bei den Ermittlungen gegen Giuliani, die schon länger andauern und laut US-Medien immer wieder von der Trump-Regierung blockiert worden waren. Der 76-Jährige selbst bestreitet bislang jegliches Fehlverhalten.

Der Anwalt von Giuliani nannte die aktuellen Vorgänge in einem Statement unnötig. Sein Mandat habe im Vorfeld angeboten, Fragen der Staatsanwälte zu beantworten - ausgenommen der Sachverhalte, die seine Kommunikation mit Trump beträfen, zitiert ihn die "New York Times". "Was sie heute getan haben, war legale Gewalt", sagte Robert Costello.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa

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