Politik

Frieden, Freiheit - und mehr Geld Das erwarten die Deutschen von der Politik

61168568.jpg

Angela Merkel und die Bundesregierung hatten im vergangen Jahr zum Dialog aufgerufen: Über 15.000 Bürger machten mit.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Deutschen sehnen sich vor allem nach Frieden und Sicherheit - das geht aus dem Bericht der Regierung zum Bürgerdialog hervor, der im vergangenen Jahr initiiert worden war. Vize-Kanzler Gabriel sieht darin einen Handlungsauftrag für die Politik.

Das Bundeskabinett hat den Regierungsbericht zur Lebensqualität in Deutschland verabschiedet. Er zeige sehr deutlich, dass die Bürger ein gerechtes Land wollen, sagte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel in Berlin. Ihre wichtigsten Forderungen seien Chancengleichheit, Zusammenhalt, Gleichstellung von Frauen und Schließung der Schere zwischen Arm und Reich bei Einkommen, Bildung und Gesundheitsversorgung. Dies sei ein Handlungsauftrag an die Politik, sagte der SPD-Politiker.

Der Bericht "Gut leben in Deutschland" ist das Ergebnis des Bürgerdialogs im vergangenen Jahr, bei dem die Bevölkerung aufgerufen worden war, online, über Postkarten oder bei Veranstaltungen in vielen deutschen Städten der Politik zu sagen, was für sie Lebensqualität ausmacht. Dem Bericht zufolge ist den Bürgern für ein gutes Leben in Deutschland Frieden am wichtigsten. Ebenfalls wichtig sind den Deutschen die Freiheit zur persönlichen Entfaltung sowie das Gefühl von Sicherheit und Solidarität.

Ausschlaggebend für den Grad der persönlichen Zufriedenheit ist nach wie vor aber auch die Sicherung der eigenen Existenz - sprich: Die Deutschen wollen von dem, was sie verdienen, auch leben können. Dass die gute wirtschaftliche Lage in der Bundesrepublik die Sorge vor sozialem Abstieg zumindest mildert, bewies bereits der "Glücksatlas", der Mitte des Monats vorgestellt wurde. Demnach hat die allgemeine Lebenszufriedenheit einen ordentlichen Sprung nach vorn gemacht, auch wenn es nach wie vor ein deutliches Gefälle von West nach Ost gibt.

Ergebnisse sind nicht repräsentativ

Die Bundesregierung hat nach einer Bewertung von Wissenschaftlern für den Bericht 46 Indikatoren für gute Lebensqualität in zwölf Themenbereichen erstellt, die nun Grundlage für künftige Vorhaben sein sollen. Am Bürgerdialog beteiligt haben sich den Angaben zufolge rund 15.750 Menschen, die Mehrheit davon in Veranstaltungen vor Ort. 203 Diskussions- und Fragerunden hat es dabei gegeben - an 50 davon beteiligten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel oder Minister ihres Kabinetts persönlich.

Die Befragung ist nicht wissenschaftlich-repräsentativ. Der Dialog fand zwischen April und Oktober 2015 statt. Er fiel damit zum Teil in die bewegte Zeit nach der Einreise Tausender Flüchtlinge aus Ungarn, fand aber noch vor den vom heftigen Schlagabtausch geprägten Debatten um die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Merkel statt.

Quelle: ntv.de, jug/epd