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Kredite in Milliardenhöhe Deutsche Bank übergibt Trump-Unterlagen

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In den 90er Jahren soll die Deutsche Bank Trump mit Milliardenkrediten vor der Pleite gerettet haben.

(Foto: imago images / UPI Photo)

Seit Langem steht die Deutsche Bank unter Verdacht, Geldwäsche bei Transaktionen von und nach Russland zu ermöglichen. Davon könnte auch Großkunde und US-Präsident Trump profitiert haben. Einblicke in die Geschäftsbeziehungen sollen Aufschluss geben.

Die Deutsche Bank hat mit der Übergabe von Dokumenten zu ihren Geschäftsbeziehungen zu US-Präsident Donald Trump an Ermittler begonnen. Das Material sei an die Staatsanwaltschaft des Bundesstaats New York ausgehändigt worden, hieß es. Die Generalstaatsanwältin von New York, Letitia James, hatte im März von der Deutschen Bank Unterlagen über frühere Darlehen an den Trump-Konzern angefordert, nachdem ein Zivilverfahren eröffnet worden war. Bei den Untersuchungen in New York stehen demnach das neue Trump-Hotel in Washington, zwei weitere Hotels in Miami und Chicago sowie der Übernahmeversuch des American-Football-Teams Buffalo Bill aus dem Jahr 2014 im Zentrum.

Zunächst ist noch unklar, ob die Deutsche Bank sämtliche von James in Form einer sogenannten Subpoena - also einer rechtlich verbindlichen Aufforderung - verlangten Dokumente übergab. Ein Sprecher der Bank erklärte lediglich, das Unternehmen bleibe der Kooperation "mit autorisierten Untersuchungen verpflichtet".

Parallel zu den New Yorker Ermittlungen werden die Beziehungen der Deutschen Bank zu Trump auch vom US-Repräsentantenhaus untersucht. Die Ausschüsse für Geheimdienstangelegenheiten und zur Überwachung des Finanzsektors forderten in der vergangenen Woche von dem Institut Unterlagen zu dem Darlehen an Trump an.

Verdacht der Geldwäsche

Die Verbindungen der Deutschen Bank zu Trump reichen rund zwei Jahrzehnte zurück. Nach den Pleiten, die der Immobilienmogul in den neunziger Jahren mit seinen Casinos und Hotels in Atlantic City erlitten hatte, machten die meisten großen Banken einen großen Bogen um ihn. Die Deutsche Bank war damals hingegen bereit, Trump aus der Patsche zu helfen. Noch zu Beginn seiner Präsidentschaft lag der Schuldenstand Trumps bei dem Bankhaus bei 340 Millionen Dollar. Insgesamt soll die Deutsche Bank Trump Milliardenkredite gewährt haben.

Die Demokraten wittern einen möglichen Zusammenhang mit der Affäre um die Russland-Verbindungen des Trump-Lagers. Die Abgeordnete Maxine Waters, die seit Jahresbeginn dem Ausschuss für den Finanzsektor vorsitzt, äußerte bereits im Mai 2017 in einem Schreiben an die Deutsche Bank den Verdacht, dass Darlehen des Instituts für Trump und seine Familie durch Bürgschaften der russischen Regierung abgesichert worden seien "oder in irgendeiner Weise mit Russland in Verbindung standen". Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses, Adam Schiff, hat die Deutsche Bank auch als "offenkundigen Ausgangspunkt" für die Untersuchung möglicher Geldwäsche-Aktivitäten durch den Trump-Konzern bezeichnet.

*Datenschutz

Das Institut steht wegen seiner Verwicklung in Geldwäsche-Skandale seit Jahren unter Druck. Anfang 2017 hatte die Deutsche Bank gegenüber den Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien in Zahlungen von insgesamt 630 Millionen Dollar eingewilligt, weil sie suspekten Geldflüssen aus Russland nicht nachgegangen war.

Trump lässt Frist verstreichen

Erst am Vortag ließ er eine Frist zur Übergabe von Steuerunterlagen an den US-Kongress verstreichen. Finanzminister Mnuchin teilte dem Ausschuss stattdessen mit, er werde erst am 6. Mai entscheiden können, ob er die Unterlagen der ihm unterstellten Steuerbehörde IRS zur Verfügung stellen werde, berichtet die "Washington Post". Der Entscheidung lägen schwierige rechtliche Fragen zugrunde, hieß es, die unter anderem mit dem Justizministerium geklärt werden müssten.

Trump hält in einer für US-Präsidenten höchst ungewöhnlichen Weise seine Finanzverhältnisse unter Verschluss. Traditionell legen US-Politiker schon während der Kandidatur für das Präsidentenamt ihre Steuerunterlagen offen, unter anderem, um den Wählern Einblick in ihre finanziellen Verhältnisse, mögliche Abhängigkeiten oder etwaige Interessenskonflikte zu geben. Trump hatte dies stets verweigert. Gegen die Herausgabe von Steuerunterlagen durch eine Steuerberaterfirma klagt er gemeinsam mit seinen Söhnen sogar vor Gericht.

Quelle: n-tv.de, lou/AFP/dpa

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