Politik

Raketeneinschläge nahe Erbil Deutsche Soldaten flüchten in Schutzbauten

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Die Bundeswehr unterstützt von ihrem Standort Erbil aus den internationalen Einsatz gegen den sogenannten Islamischen Staat.

(Foto: picture alliance/dpa)

In der Nähe des Bundeswehrlagers im nordirakischen Erbil schlagen am Abend mehrere Raketen ein. Die deutschen Soldaten flüchten sich in Schutzbauten. Doch das Lager bleibt unbeschädigt. Irakische Milizen stehen als Urheber des Angriffs im Verdacht, doch diese bestreiten das.

Mindestens drei Raketengeschosse sind am Mittwochabend in der Nähe des deutschen Bundeswehrlagers in der Stadt Erbil im Nordirak eingeschlagen, wie kurdische Sicherheitskreise berichten. Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr sagte, im deutschen Lager habe es keine Schäden gegeben, aber die Bundeswehr-Soldaten hätten zeitweise Schutzbauten bezogen. Auch Tote oder Verletzte gab es nicht.

Ein Sprecher der internationalen Koalition erklärte über Twitter, der Vorfall werde untersucht. Einem Bericht der kurdischen Nachrichtenseite Rudaw zufolge gingen die Raketen auf einem Feld nahe Erbil nieder. Die kurdische Regionalregierung erklärte, die Geschosse seien aus einem Gebiet westlich von Erbil abgeschossen worden.

Dieses steht unter Kontrolle von irakischen Milizen, die von schiitischen Gruppen angeführt werden. Das Führungskommando der Milizen wiederum erklärte, die Raketen seien aus einem unbewohnten Gebiet in der Provinz Ninawa abgeschossen worden. Es handele sich um ein "Dreieck", das von der irakischen Armee, Milizen und kurdischen Peschmerga-Kräften umgeben sei.

In den vergangenen Monaten waren mehrfach Raketen auf Stellungen abgefeuert worden, die von US-Truppen genutzt werden. Die US-Armee führt im Irak die internationale Koalition gegen die Terrormiliz des sogenannten Islamischen Staats (IS) an. Die ausländischen Kräfte unterstützen Iraks Armee und die kurdischen Peschmerga. Die mit dem Iran verbündeten schiitischen Milizen fordern den Abzug der US-Truppen.

Quelle: ntv.de, jhe/ dpa