Politik

Unzufriedenheit wächst deutlich Deutsche sehen Krisenpolitik kritischer

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RKI-Chef Lothar Wieler, Gesundheitsminister Jens Spahn und Kanzlerin Merkel bei einer Pressekonferenz im März 2020 - damals noch mit großem Rückhalt in der Bevölkerung.

(Foto: picture alliance/dpa)

Noch im Frühjahr 2020 bewerten die Deutschen den Umgang der Regierung mit der Corona-Pandemie mehrheitlich positiv. Das ist vorbei. Inzwischen ist einer Umfrage zufolge nicht einmal mehr jeder Zweite zufrieden mit der Krisenpolitik. Und damit sind die Deutschen nicht allein.

Die Zufriedenheit mit dem staatlichen Krisenmanagement in der Corona-Pandemie ist in Deutschland laut einer internationalen Umfrage deutlich gesunken. Während im Frühjahr 2020 noch 71 Prozent der deutschen Befragten der Meinung waren, dass ihr Land gut auf die Pandemie reagiere, seien nun nur noch 48 Prozent dieser Ansicht. Das teilte die Demokratie-Organisation des Ex-NATO-Generalsekretärs Anders Fogh Rasmussen, die Alliance of Democracies, in Kopenhagen mit.

Der Rückgang entspreche einem allgemeinen Trend in Europa, sei aber deutlich größer als im globalen Durchschnitt. Fast die Hälfte aller Deutschen (48 Prozent) sei laut Umfrage zudem der Meinung, dass die Bundesregierung die Freiheiten der Bürger in der Pandemie zu weit eingeschränkt habe. 31 Prozent halten die Einschränkungen dagegen für angemessen. Auch diese Zahlen liegen im europäischen Durchschnitt.

Für die jährliche Studie zur Wahrnehmung der Demokratie, den "Democracy Perception Index", hat das Marktforschungsinstitut Latana im Auftrag der Alliance of Democracies insgesamt mehr als 50.000 Menschen in 53 Ländern befragt, in denen mehr als drei Viertel der Weltbevölkerung leben. In Deutschland nahmen 1009 Menschen teil.

Vietnamesen und Chinesen besonders zufrieden

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Wie aus dem Bericht hervorgeht, heißen es durchschnittlich 58 Prozent der international Befragten gut, wie ihre Regierung auf die Pandemie reagiert - ein Jahr zuvor waren es noch 70 Prozent gewesen. Besonders hoch ist die Zufriedenheit heute demnach in asiatischen Ländern wie Vietnam und China, am niedrigsten in Lateinamerika und Europa, dort besonders in Brasilien, Peru, Polen, Frankreich und Italien.

Mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) meint, dass ihre Freiheiten in der Corona-Krise übermäßig eingeschränkt worden seien. "Wir müssen jetzt aus der Covid-19-Pandemie herauskommen, indem wir den Menschen mehr Demokratie und Freiheit liefern", erklärte Fogh Rasmussen zu den Ergebnissen der Befragung.

Quelle: ntv.de, jug/dpa

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