Mehrheit für Grönland-EinsatzDeutsche sehen Trumps USA nicht als Freund, sondern als Gegner

Nur noch weniger als jeder fünfte Deutsche sieht die USA unter Präsident Trump als verlässlichen Partner für Europa. Mehr als zwei Drittel sagen, die USA seien mittlerweile eher ein Gegner.
Über Jahrzehnte waren die USA der Garant für die Sicherheit der Bundesrepublik. Das transatlantische Verhältnis war vor und nach der Deutschen Einheit einer der zentralen Pfeiler der bundesdeutschen Außenpolitik. Seit dem zweiten Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump hat sich dies massiv verschoben: In der Wahrnehmung einer großen Mehrheit der Deutschen sind die USA für Europa kein Partner mehr, sondern ein Gegner.
Nur 18 Prozent der Deutschen halten die USA unter Trump noch für einen verlässlichen Partner. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa für das Trendbarometer von RTL und ntv. 71 Prozent der Deutschen sagen, die USA unter Trump seien mittlerweile ein Gegner.
Die Einschätzung ist in Ost- und Westdeutschland sowie unter den Anhängern der Parteien sehr einhellig. Mit Unterschieden im Detail: Von den Anhängern der Grünen und der Linken sagen 83 beziehungsweise 82 Prozent, die USA unter Trump seien für Europa eher ein Gegner. Bei den Anhängern von Union und SPD sind es allerdings kaum weniger. Lediglich die Anhänger der AfD fallen hier aus dem Rahmen. Doch auch sie sehen die USA mit knapper Mehrheit eher als Gegner.
Mehrheit für Einsatz der Bundeswehr in Grönland
Zentraler Streitpunkt zwischen den USA und Europa ist derzeit Grönland - die zu Dänemark gehörende Insel, die Trump kaufen oder annektieren will. Deutschland und andere europäische Länder hatten in der vergangenen Woche Soldaten nach Grönland geschickt, um zu signalisieren, dass sie die Sicherheitsbedenken des US-Präsidenten ernst nehmen. Trump deutete das Signal allerdings als Affront und reagierte mit massiven Zolldrohungen.
Auf die Frage, ob ein dauerhafter Einsatz der Bundeswehr mit anderen europäischen Partnern in Grönland richtig wäre, antworten 63 Prozent der Deutschen mit Ja. 32 Prozent fänden einen solchen Einsatz nicht richtig.
Vorbehalte gegen ein dauerhaftes Engagement der Bundeswehr in Grönland äußern mehrheitlich die Ostdeutschen und die Anhänger der AfD. Die Anhänger aller anderen Parteien sind aktuell - unterschiedlich stark ausgeprägt - mehrheitlich für einen solchen Einsatz.
Die Daten wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland am 16. und 19. Januar erhoben. Datenbasis: 1009 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 3 Prozentpunkte.
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