Politik

RTL/ntv-TrendbarometerFür Merz und seine Koalition geht es leicht bergauf

20.01.2026, 14:02 Uhr
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Die Zufriedenheit mit der Arbeit des Bundeskanzlers hält sich weiterhin in engen Grenzen. Und doch gibt es gute Nachrichten für Friedrich Merz und seine Regierung.

Das zweite Trendbarometer des Jahres enthält die Andeutung einer möglichen Trendwende: Sowohl für die Union als auch für die SPD geht es leicht aufwärts, und auch mit der Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz sind etwas mehr Menschen zufrieden als noch vor einer Woche.

Dazu kommt ein leicht positiver Trend bei den Wirtschaftserwartungen. Allerdings reicht es in der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Forsa weiterhin nicht für eine gemeinsame Mehrheit von CDU/CSU und Sozialdemokraten.

Während Union und SPD jeweils einen Prozentpunkt zulegen, verlieren Grüne und Linke je einen Punkt. Die Werte der anderen Parteien bleiben unverändert. Würde in dieser Woche ein neuer Bundestag gewählt, könnten die Parteien mit folgendem Ergebnis rechnen: AfD 26 Prozent (Bundestagswahl am 23. Februar 2025: 20,8 Prozent), CDU/CSU 25 Prozent (28,5), SPD 14 Prozent (16,4), Grüne 12 Prozent (11,6), Linke 10 Prozent (8,8), BSW 3 Prozent (4,981), FDP 3 Prozent (4,3).

Auf die sonstigen Parteien entfallen 7 Prozent. Der Anteil der Nichtwählerinnen und Nichtwähler sowie der Unentschlossenen liegt mit unverändert 26 Prozent weiterhin deutlich über dem Anteil der Nichtwähler bei der vergangenen Bundestagswahl (17,9 Prozent).

Mit der Arbeit von Bundeskanzler Merz sind aktuell 24 Prozent der Deutschen zufrieden. Der Wert ist weiterhin schlecht, aber um einen Punkt besser als in der Vorwoche. 74 Prozent sind mit Merz' Arbeit nicht zufrieden.

In der politischen Kompetenz legen die CDU/CSU und die SPD ebenfalls zu. Auf die Frage, wer mit den Problemen in Deutschland am besten fertig wird, nennen 17 Prozent die Union und 7 Prozent die SPD - jeweils ein Prozentpunkt mehr als in der Vorwoche. Unverändert 13 Prozent trauen der AfD politische Kompetenz zu. Die Grünen sehen 6 Prozent der Deutschen als die Partei, die mit den Problemen am besten fertig wird, für die Linke entscheiden sich in dieser Frage 4 Prozent. 50 Prozent der Deutschen trauen keiner Partei politische Kompetenz zu.

In der dritten Woche des neuen Jahres liegen die thematischen Interessen der Deutschen weiterhin stark bei den weltpolitischen Krisenherden. Im Themenradar des Trendbarometers rangiert der Krieg in der Ukraine mit 27 Prozent wieder auf Platz eins. Ähnlich viele Deutsche (24 Prozent) nennen den Konflikt um Grönland als eines der wichtigsten Themen, gefolgt von der innenpolitischen Situation in den USA (17 Prozent), der Situation im Iran (16 Prozent) und dem Konflikt um Venezuela (10 Prozent).

Bei den innenpolitischen Themen dominieren weiterhin die Arbeit der Bundesregierung (25 Prozent) und die allgemeine wirtschaftliche Lage (19 Prozent).

Mehrheit für Erhöhung der Erbschaftsteuer

Mit Blick auf die wirtschaftliche Lage werden die Erwartungen langsam etwas besser. Zwar rechnen nur 20 Prozent der Deutschen damit, dass sich die wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland in den kommenden Jahren verbessern werden; 57 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus. Aber die Werte sind doch besser als in den vergangenen Wochen. So gingen im Dezember nur 16 Prozent von einer Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse in den nächsten Jahren aus. 61 Prozent rechneten mit einer Verschlechterung.

Eine weitere Forsa-Umfrage für das RTL/ntv-Trendbarometer zeigt: 39 Prozent der Deutschen gehen davon aus, dass Deutschland auch künftig neben den USA und China zu den stärksten Wirtschaftsnationen der Welt gehören wird. 59 Prozent der Deutschen glauben das nicht.

Dass Deutschland auch in Zukunft zu den führenden Wirtschaftsnationen gehören wird, denken am ehesten die Anhänger der CDU/CSU und der Grünen. Vom Gegenteil gehen vor allem die Ostdeutschen und die Anhänger der AfD aus.

Forsa hat auch nach zwei Reformvorschlägen gefragt, die derzeit diskutiert werden. So hat Schwarz-Rot sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt, eine wöchentliche statt einer täglichen Höchstarbeitszeit festzulegen. Die SPD tritt hier allerdings noch auf die Bremse. Forsa fragte, ob das Arbeitszeitgesetz vollständig abgeschafft werden sollte. Dafür sprechen sich lediglich 25 Prozent der Deutschen aus.

Die von der SPD vorgeschlagene und von der Union abgelehnte Erhöhung der Erbschaftsteuer befürworten 52 Prozent der Bundesbürger. 44 Prozent lehnen dies ab. Vor allem die Anhänger von Linken und Grünen sowie die Anhänger der SPD sind mehrheitlich für eine Erhöhung dieser Steuer. Anhänger der Unionsparteien lehnen den Vorschlag mit knapper Mehrheit ab. Die Anhänger der AfD sind mit großer Mehrheit dagegen.

Die Daten zum RTL/ntv-Trendbarometer wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 13. und dem 19. Januar erhoben. Datenbasis: 2501 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 2,5 Prozentpunkte. Die Fragen zu Deutschland als führender Wirtschaftsnation, zum Arbeitszeitgesetz und zur Erbschaftsteuer wurden am 16. und 19. Januar erhoben. Datenbasis: 1009 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 3 Prozentpunkte.

Weitere Informationen zu Forsa hier.

Quelle: ntv.de, hvo

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