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Zuspruch für Ramelow-Vorstoß Deutscher Pass für Flüchtlingskinder?

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Ramelow begrüßte im vergangenen Jahr persönlich Flüchtlinge, die auf dem Bahnhof von Saalfeld ankamen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Sollten Flüchtlingskinder die deutsche Staatsbürgerschaft bekommen? Der thüringische Ministerpräsident findet: Ja. Und nun bekommt Ramelow reichlich Zuspruch.

Der Vorschlag von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke), Kindern von Flüchtlingen automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft zu verleihen, stößt bei Politikern von SPD und Grünen auf Zustimmung. "Die deutsche Staatsangehörigkeit ist eine wichtige Voraussetzung für die Integration hier, und die doppelte Staatsbürgerschaft ist ein selbstverständlicher Teil der Anerkennungskultur in Deutschland", sagte SPD-Fraktionsvize Eva Högl der Berliner "tageszeitung".

Schon jetzt bekämen Kinder, die in Deutschland geboren würden, automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn ihre Eltern mindestens acht Jahre legal in Deutschland lebten und ein unbefristetes Aufenthaltsrecht besäßen, sagte Högl. Das gelte auch für anerkannte Flüchtlinge. "Diese Regelung zu erweitern, damit mehr in Deutschland geborene Kinder von Geflüchteten die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten, ist ein guter Vorschlag."

Auch der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck begrüßte die Idee. "Wer in Deutschland geboren wird, soll die deutsche Staatsangehörigkeit bekommen, wenn zumindest ein Elternteil sich hier rechtmäßig aufhält", sagte der integrationspolitische Sprecher seiner Fraktion. "Das ist eine einfache Regelung, die sich etwa in Kanada und den USA bewährt hat." Damit werde in Deutschland geborenen Kindern von Anfang an signalisiert, dass sie dazugehören.

Ramelow hatte dem MDR am Wochenende gesagt, dass Flüchtlingskinder, die in Deutschland geboren werden, generell die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten sollten. Ein Verbot der doppelten Staatsbürgerschaft, wie aus Reihen der CDU gefordert, sei falsch.

Quelle: n-tv.de, vpe/AFP

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