Politik

Neue Afghanistan-Konferenz Deutschland will Taliban einladen

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Maulawi Abdul Salam Hanafi, Vizeleiter des politischen Büros der Taliban in Doha, nahm Anfang Februar an "innerafghanischen" Gesprächen teil.

picture alliance/dpa

Seit fast zehn Jahren stocken die Verhandlungen über ein Friedensabkommen in Afghanistan. Nun könnte es bald zu einer neuen Friedenskonferenz in Deutschland kommen. Die Bundesregierung ist bereit, auch die radikalislamischen Taliban einzuladen.

Die Bundesregierung hat angeboten, eine Afghanistan-Friedenskonferenz auszurichten und dazu auch die radikalislamischen Taliban einzuladen. Deutschland sei bereit, "auf Wunsch der Konfliktparteien seine guten Dienste zur Ermöglichung eines Friedensprozesses zur Verfügung zu stellen", hieß es in einer Unterrichtung der Bundesregierung an Abgeordnete des Bundestages. Denkbar sei eine weitere "Petersberger Konferenz unter Einschluss der Taliban in einem dafür geeigneten Stadium der Verhandlungen".

Der Konflikt in Afghanistan könne nur durch einen Verhandlungsprozess beendet werden, "der sowohl die afghanische Regierung als auch die Taliban einschließt", betonte die Bundesregierung. 2001 war nach der Entmachtung der Taliban bei einer Konferenz auf dem Petersberg bei Bonn unter Beteiligung verschiedener afghanischer Akteure ein Plan zur politischen Gestaltung des Landes vereinbart worden.

Der Bundesregierung komme für den Friedensprozess in Afghanistan eine "besondere Verantwortung" zu, hieß es in dem gemeinsamen Papier des Außen- und des Verteidigungsministeriums, über das zunächst der "Tagesspiegel" berichtet hatte. Neben den USA sei Deutschland der zweitwichtigste Partner für das Land am Hindukusch.

Bundesregierung schließt Alleingang der USA nicht aus

Zu dem möglichen Abzug von US-Soldaten aus Afghanistan heißt es in der Unterrichtung der Bundesregierung: "Sollten vor allem die USA ihr militärisches Engagement beträchtlich zurückfahren, wird die Bundesregierung ihr Handeln in Afghanistan einer gründlichen Überprüfung unterziehen." Es sei nicht auszuschließen, "dass die USA ihr militärisches Engagement perspektivisch von den Bemühungen um einen Friedensprozess entkoppeln und sich ohne umfangreiche Abstimmung mit den Partnern teilweise oder ganz aus Afghanistan zurückziehen", wird auch auf einen möglichen Alleingang von US-Präsident Donald Trump angespielt.

Aktuell gibt es von US-Seite starke Bemühungen, den Konflikt mit den Taliban politisch zu lösen. Ende Dezember hatten US-Medien berichtet, Trump wolle womöglich die Hälfte der 14.000 US-Soldaten aus Afghanistan abziehen. Dies hatte für große Unruhe in Teilen der Bevölkerung, aber auch bei afghanischen Sicherheitskräften gesorgt - und Nato-Verbündete vor den Kopf gestoßen.

Dies könnte nach Einschätzung der Bundesregierung auch Folgen für die Präsenz deutscher Soldaten in Afghanistan haben: Der Einsatz der Bundeswehr in dem Land sei "politisch und praktisch an ein verlässliches und kalkulierbares multilaterales Zusammenwirken gebunden", heißt es. Die Verlängerung des Bundeswehr-Einsatzes in Afghanistan im Rahmen der Nato-geführten Mission "Resolute Support" steht für diesen Mittwoch auf der Tagesordnung des Bundeskabinetts.

Quelle: n-tv.de, lri/dpa/AFP

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