Politik

Gerüchte in Berlin Distanziert sich Merkel von AKK?

CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer steht nach dem schlechten Abschneiden bei den Europawahlen zunehmend unter Druck. Nun berichtet auch noch die Finanzagentur Bloomberg, dass Kanzlerin Merkel zunehmend deren Fähigkeiten infrage stellt.

Nichts Genaues weiß man nicht und das - mit einer Ausnahme - beharrliche Schweigen der Bundeskanzlerin trägt auch nicht gerade zur Aufklärung bei. So eröffnen sich Räume für Spekulationen. Eine davon dominiert nun den Berliner Politik-Betrieb: Demnach bezweifelt Angela Merkel die Tauglichkeit von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer als Kanzlerin. Angeblich. Die Finanzagentur Bloomberg, die den Bericht in die Welt setzte und damit die Geschichte lostrat, beruft sich auf zwei Personen, die Merkel nahestehen sollen - namentlich aber nicht genannt werden.

Die einbrechende Popularität Kramp-Karrenbauers, die parteiinterne Unruhe wegen des Versuchs, Merkels Abgang zu beschleunigen, und das schlechte Abschneiden der CDU bei der Europawahl brachten laut den beiden Informanten Merkel zu dieser Erkenntnis. Wenn sich die CDU am kommenden Wochenende (2./3. Juni) zu einer Klausurtagung trifft, um die Verluste bei den Europawahlen zu analysieren, dürfte dies, so meint Bloomberg, zu einem unangenehmen Treffen zwischen der Kanzlerin und ihrem einstigen Schützling kommen.

So habe Kramp-Karrenbauer das Treffen ohne Absprache mit Merkel anberaumt. AKK dementierte das später heftig. Die Klausur sollte laut den beiden Insidern den Druck auf die Kanzlerin erhöhen, ihren Posten abzugeben. Zudem soll Kramp-Karrenbauer die Kanzlerin verstimmt haben, indem sie auf ihre konservativen Kontrahenten innerhalb der CDU zuging.

All dies bestärke Merkel in ihrem Entschluss, bis zum Ende ihrer Regierungszeit 2021 im Amt zu bleiben, schreibt Bloomberg weiter. Allerdings hat Merkel auch nie etwas anderes gesagt und in den vergangenen Monaten dutzendfach erklärt, sie werde die Legislaturperiode zu Ende regieren. Schon in den vergangenen Wochen gab es eine Diskussion über einen vorzeitigen Abgang Merkels. Kramp-Karrenbauer selbst erteilte solchen Spekulationen eine klare Absage: "Diese Regierung ist gewählt bis ins Jahr 2021", sagte sie erst vor zwei Wochen.

Zuletzt schreibt Bloomberg unter Berufung auf die beiden Vertrauten, Merkel wolle ihr politisches Kapital auch nicht mehr darauf verwenden, Kramp-Karrenbauer zu unterstützen. Sie befürchte allerdings, selbst unter Druck zu geraten, sollten die Probleme der CDU-Chefin nicht aufhören.

Quelle: n-tv.de

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