Politik

Schulen im Covid-19-Modus Doch Schüler in Berlin infiziert

Stühle stehen auf den Tischen in einer Schule. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Viele Eltern sind genervt, immer mehr Schülerinnen und Schüler gehen in die Notbetreuung, der Ruf nach vollständiger Öffnung der Schulen wird lauter. Aber es gibt auch kritische Stimmen, die schon den jetzigen Präsenzunterricht für verfrüht halten und eine zweite Infektionswelle fürchten.

(Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild)

Die Berliner Bildungsverwaltung führt keine Statistik über Infektionen an Berliner Schulen. Aktuell geht sie davon aus, dass es keine Corona-Fälle unter Schülern gibt. Ein Irrtum.

Entgegen den Angaben der Berliner Senatsverwaltung gibt es doch aktive Coronavirus-Infektionen an Berliner Schulen. Dies zeigt ein Mail-Verkehr, der ntv.de vorliegt. Demnach ist ein Schüler einer weiterführenden Schule im Berliner Norden an Covid-19 erkrankt. Er befindet sich in Quarantäne, das zuständige Gesundheitsamt ist informiert. Allerdings weiß die Berliner Bildungssenatorin nichts darüber.

Dort geht man davon aus, dass es derzeit unter den Schülerinnen und Schülern in Berlin keinen einzigen bekannten Covid-19-Fall gibt. Wie die Senatsverwaltung für Bildung gegenüber ntv.de erklärte, sind lediglich in der Lehrerschaft drei aktive Coronavirus-Infektionen bekannt. Wie viele der 360.000 Schülerinnen und Schüler sich insgesamt im Laufe der letzten drei Monate mit dem Coronavirus infiziert haben, weiß die Hauptstadt leider nicht. "Wir führen keine allumfassende Statistik über Corona-Fälle an den Schulen", erklärt der Sprecher der SPD-Bildungssenatorin Sandra Scheeres, Martin Klesmann. An welchen Schulen und in welchen Bezirken Coronavirus-Fälle auftraten, werde aber von der Schulaufsicht erfasst und dokumentiert.

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Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres will die Schulen in der Hauptstadt vor den Sommerferien nicht mehr regulär öffnen.

(Foto: dpa)

Trotzdem schließt Berlin eine Rückkehr zum Regelunterricht vor den Sommerferien aus. Begründet wird dies erst auf nochmalige Nachfrage und nur mit einem Wort: "Infektionsschutz". Immerhin "hofft" die Senatsbildungsverwaltung, nach den Sommerferien wieder in ein relativ normales Schuljahr 2020/2021 starten zu können. Man "bereitet verschiedene Szenarien vor", so Klesmann.

Wie in allen anderen Bundesländern auch findet derzeit kein Regelunterricht an den Berliner Schulen statt. Und das seit dem 17. März. Präsenzunterricht gibt es für die Schülerinnen und Schüler in geteilten oder gedrittelten Klassen seit dem 5. Mai wieder und auch dies nur in bestimmten Jahrgangsstufen. Manche Klassenstufen, gerade im Bereich der Mittelstufe, also die 8. und 9. Klassen, haben teilweise nur einen Schultag vor Ort gehabt, bis zu den Sommerferien stehen wenige weitere Präsenz-Schultage in der Planung.

In Berlin haben sich seit Ausbruch der Epidemie 6703 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. 195 Menschen starben in der Hauptstadt im Zusammenhang mit Covid-19. Die Zahl der derzeit noch Infizierten liegt bei 332.

Quelle: ntv.de, tar

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