Politik

"Ich liebe dieses Land" Donald Trump wird neuer US-Präsident

Der umstrittene US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump wird 45. Präsident der Vereinigten Staaten. Der Republikaner sichert sich wichtige Schlüsselstaaten und damit die nötige Mehrheit der Wahlleute. Hillary Clinton hat Trump bereits gratuliert.

Dem Außenseiter Donald Trump gelingt die Sensation: Der umstrittene Republikaner hat überraschend die Präsidentschaftswahl in den USA gewonnen. Clinton rief Trump bereits an, um ihm zum Sieg zu gratulieren. Sie verzichtete in der Nacht auf eine Rede. Die Sorge vor einem Sieg des Populisten Trump war vor der Wahl groß gewesen, auch in Deutschland.

Unmittelbar nach seinem Wahlsieg hat sich Trump an seine Anhänger gewandt und versöhnliche Töne angeschlagen. "Ich werde Präsident aller Amerikaner sein", sagte er in New York. Über seine Rivalin Hillary Clinton, mit der er sich einen beispiellos aggressiven Wahlkampf geliefert hatte, sagte er, das Land müsse ihr dankbar sein. "Ich liebe dieses Land", sagte Trump zum Abschluss seiner kurzen Dankesrede. Seine Anhänger skandierten "USA, USA".

Der Milliardär wird am 20. Januar als der 45. Präsident in das Weiße Haus einziehen. Er kann beim Regieren auf die Mehrheit seiner Republikaner im US-Kongress setzen und mögliche entscheidende Vorhaben umsetzen. Die Konservativen verteidigten ihre Mehrheiten im Senat und im Repräsentantenhaus.

Die Wahlnacht war über Stunden eine Zitterpartie. Der Unternehmer konnte die besonders umkämpften Staaten Florida, North Carolina, Ohio und Wisconsin für sich entscheiden. Clinton gewann von den sogenannten Swing States (Wechselwählerstaaten) lediglich Nevada, Virginia und Colorado. Ihre Niederlage dürfte das Ende ihrer politischen Karriere bedeuten. Vor allem in mehreren Bundesstaaten im sogenannten Rostgürtel der USA, einer einst florierenden und inzwischen vom wirtschaftlichen Abschwung geprägten Industrieregion, konnte die Demokratin nicht überzeugen.

Noch nie waren beide Kandidaten so unbeliebt

Trump hatte mit populistischen Parolen Wahlkampf gemacht. Er wetterte immer wieder gegen Einwanderung, internationale Handelsabkommen und Globalisierung und machte diese für den Verlust von Arbeitsplätzen in den USA verantwortlich. Seine Stimmungsmache verfing offensichtlich stärker, als es Meinungsforscher vorausgesehen hatten. Die Märkte reagierten auf Trumps Wahlsieg mit starken Kursschwankungen. Der 70-Jährige Trump ist ein politischer Quereinsteiger, ein Amt hatte er nie inne. Seine Qualifikation begründete er in der Vergangenheit auch mit seinen Leistungen als Unternehmer. Die aber sind keineswegs so glorreich, wie er immer wieder behauptet. Innerhalb von 18 Jahren meldeten vier Firmen aus seinem Kasino-Imperium Insolvenz an. Trump ist zum dritten Mal verheiratet und hat fünf Kinder.

Beide Kandidaten hatten sich in den vergangenen Wochen erbitterte Auseinandersetzungen geliefert. Der Wahlkampf gilt als einer der härtesten und schmutzigsten der amerikanischen Geschichte. Er war geprägt von persönlichen Beleidigungen und Schmähungen. Ein Ringen um politisch attraktivere Positionen gab es nicht. Fakten und Inhalte spielten kaum eine Rolle.

Noch nie in der Geschichte der US-Wahlen waren zwei Kandidaten gleichermaßen so unbeliebt: Trump wegen seiner Art und seiner Ausfälle, Clinton wegen ihrer Skandale und ihrer Nähe zum bestehenden System.
Wahlberechtigt waren etwa 219 Millionen Menschen. Voraussetzung war, dass sich ein Wähler registrieren ließ und nicht von der Wahl ausgeschlossen wurde - beispielsweise wegen einer kriminellen Vergangenheit. Die Wahlmänner wählen im Dezember stellvertretend für das amerikanische Volk den Präsidenten.

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Quelle: n-tv.de, fma/dpa/AFP/rts

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