Politik

Australien warnt vor Reisen Drei Australier im Iran festgenommen

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Iranische Polizei bei Teheran (Archivbild).

(Foto: AP)

Die Lage ist etwas unübersichtlich, doch sicher scheint: Drei Australier sitzen - zum Teil seit mehreren Monaten - in iranischen Gefängnissen. Die Festnahmen deuten auf eine weitere Verschärfung der Spannungen zwischen Teheran und westlichen Regierungen hin.

Im Iran sind nach Angaben der australischen Regierung drei Australier festgenommen worden. Das australische Außen- und Handelsministerium betreue die Familien der drei Betroffenen konsularisch, sagte ein Ministeriumssprecher. Aus Datenschutzgründen wolle er aber keine Einzelheiten nennen. Zugleich verschärfte das Ministerium seine Reisehinweise. Dort heißt es nun: "Es besteht das Risiko, dass Ausländer - auch Australier - im Iran willkürlich festgehalten oder verhaftet werden."

Nach australischen Medienberichten werden die drei im Iran bereits seit mehreren Monaten festgehalten. Dem Fernsehsender ABC zufolge ist eine Universitätsdozentin, die auch die britische Staatsbürgerschaft besitzt, seit fast einem Jahr im Gefängnis. Nach Informationen der britischen Tageszeitung "The Times" wurde sie zu zehn Jahren Haft verurteilt. Was genau ihr vorgeworfen wird, ist unklar.

Die beiden anderen - eine weitere Frau mit britischem und australischem Pass sowie ihr australischer Freund - sollen festgenommen worden sein, weil sie sich in einem militärischen Sperrbezirk aufhielten.

Australien unterstützt US-Mission im Golf

Im Raum steht eine mögliche Beziehung des Falls zur jüngsten Konfrontation zwischen dem Iran und dem Westen. Australien beteiligt sich an der US-geführten Marinemission zum Schutz der Schifffahrt in der Straße von Hormus zwischen dem Iran und dem Oman. Premierminister Scott Morrison hatte im August angekündigt, eine Fregatte, ein Aufklärungsflugzeug sowie Militärangehörige zur Unterstützung der Mission zur Verfügung zu stellen.

Der Iran hatte zuletzt wiederholt Tanker in der Straße von Hormus festgesetzt. Zudem wurden in der Region mehrere Tanker angegriffen, wofür Washington ebenfalls Teheran verantwortlich machte. Die Spannungen entwickelten sich im Zusammenhang mit dem Streit um das Atomabkommen mit dem Iran, aus dem die USA im Mai 2018 ausgestiegen sind.

Die australische Regierung hatte erst diese Woche ihre Reisehinweise für den Iran verschärft. Reisende wurden aufgerufen, ihre Reisepläne zu "überdenken" und nicht in die Grenzgebiete zum Irak und zu Afghanistan zu reisen. In den vergangenen Jahren waren mehrere Iraner, die auch den Pass eines westlichen Landes haben, bei Reisen in ihr Herkunftsland festgenommen worden. Mehrere von ihnen verbüßen Haftstrafen wegen des Vorwurfs der "Spionage".

Quelle: n-tv.de, shu/AFP