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RTL/ntv TrendbarometerDrei Gründe, warum Merz so unbeliebt ist

14.04.2026, 15:56 Uhr
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Viele Wähler werfen Merz "gebrochene Wahlversprechen" und "vollmundige Ankündigungen ohne Folgen" vor. (Foto: picture alliance / Andreas Gora)

Mittlerweile unterbietet Kanzler Merz sogar seinen Vorgänger Scholz deutlich - 80 Prozent sind unzufrieden mit seiner Amtsführung. Forsa hat nach den Gründen gefragt. Einige stechen hervor.

Ein großer Teil der Wähler in Deutschland wirft Kanzler Friedrich Merz noch immer "vollmundige Ankündigungen ohne Folgen" und "gebrochene Wahlversprechen" vor. Das sind die häufigsten Antworten, die die Befragten in einer Umfrage für das Trendbarometer von RTL und ntv genannt haben. Die Meinungsforscher von Forsa hatten wie schon im vergangenen November nach Gründen für die Unzufriedenheit mit Merz gefragt. Dabei wurden keine Antworten vorgegeben. Weitere 14 Prozent erkennen bei Merz "keine klare Linie" und meinen er "agiere widersprüchlich". Diese drei Erklärungen machten zusammen 59 Prozent der Antworten aus.

Dagegen spielt die Kritik, Merz tummele sich zu viel im Ausland, sei ein "Außenkanzler", kaum eine Rolle. Ebenso gilt der CDU-Chef, der oft als "Mann der 90er Jahre" beschrieben wurde, nur wenigen als "zu konservativ oder rückwärtsgewandt". Für unsympathisch oder arrogant halten ihn auch nur wenige. Ebenso eckt er kaum mit seinen Inhalten an. Nur wenige meinen, er mache schlechte Politik, sei es in der Gesundheit, Verteidigung oder Migration.

Nach der Bundestagswahl stimmte Merz einer Lockerung der Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben und einem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz zu - was im Wahlkampf gar kein Thema gewesen war. Merz begründete das mit der geänderten Weltlage und der Befürchtung, US-Präsident Donald Trump könnte die Nato verlassen.

"Kredit auf die Glaubwürdigkeit"

Merz sprach damals selbst davon, "einen Kredit auf seine Glaubwürdigkeit" aufgenommen zu haben. Mit der "Rückzahlung" tut er sich allerdings schwer. Schon Ende November hatte Forsa nach den Gründen für seine Unbeliebtheit gefragt. Damals nannten ebenfalls 45 Prozent einen der oder beide angesprochenen Gründe. Im November hatte Merz einen "Herbst der Reformen" angekündigt. Später äußerte er sich selbstkritisch zu seinem "Erwartungsmanagement".

Unter Anhängern von CDU und CSU ist die Enttäuschung in einzelnen Punkten deutlich größer als in der Gesamtwählerschaft. 34 Prozent sind von den "vollmundigen Ankündigungen" des Parteichefs enttäuscht. 18 Prozent halten sein Agieren für widersprüchlich. 24 Prozent werfen ihm mangelnde Führungsstärke vor - gegenüber lediglich 13 Prozent insgesamt.

Bemerkenswert sind manche Unterschiede zur gleichen Umfrage im November. Damals sagten nur 9 Prozent der Befragten, Merz kenne die Probleme der meisten Menschen nicht. Im April waren es dagegen 13 Prozent. Auch die Meinung, Merz fehle es an Führungsstärke, wurde häufiger geäußert - nach 10 Prozent im November sagten das nun 13 Prozent.

80 Prozent mit Kanzler unzufrieden

Auch wenn nur wenig inhaltliche Kritik geäußert wird, wächst der Unmut in einzelnen Politikbereichen. Migration, Gesundheit und Soziales sowie die Verteidigung waren im November kaum ein Thema. Im April wurden diese Politikfelder jeweils deutlich öfter kritisiert, wenn auch auf niedrigem Niveau.

Laut dem Trendbarometer für RTL und ntv sind mittlerweile 80 Prozent mit der Arbeit des Bundeskanzlers unzufrieden. Der muss mehrere Krisen gleichzeitig managen. US-Zölle und die Folgend es Ukraine-Kriegs belasten die deutsche Wirtschaft. Der chinesische Markt bietet nicht mehr die gleichen Chancen wie noch vor wenigen Jahren. Zugleich ist der Bürokratieabbau zäh und langwierig. Zuletzt schossen infolge des von US-Präsident Trump begonnenen Iran-Krieges die Kraftstoffpreise in die Höhe.

In einer früheren Version des Artikels wurden die ersten drei Umfragewerte falsch addiert. Wir haben den Fehler korrigiert.

Quelle: ntv.de, vpe/cwo

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