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Als Flüchtlinge eingereist Drei Terrorverdächtige im Saarland gefasst

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Gegen die Männer war monatelang ermittelt worden.

(Foto: picture alliance / Boris Roessle)

Nach langen Ermittlungen nehmen Spezialeinheiten drei Männer aus Syrien fest, die in ihrer Heimat islamistischen Terrorgruppen angehört haben sollen. Hinweise darauf, dass sie einen Anschlag planten, gibt es zwar nicht - doch zwei der Männer gelten als Gefährder.

Im Saarland sind drei Terrorverdächtige festgenommen worden. Spezialeinheiten hätten die drei Syrer im Alter von 21, 23 und 27 Jahren am Donnerstag im Raum Saarlouis gefasst, teilten die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz und das Landespolizeipräsidium (LPP) Saarland mit. Den Angaben nach ermittelten die beiden Behörden bereits seit Oktober 2017 gegen die Männer, die 2015 als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen seien.

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Bei den Festnahmen sicherten die Beamten Handys und Laptops der Verdächtigen. Diese würden derzeit ausgewertet, hieß es. Hinweise auf konkrete Anschlagspläne habe es nicht gegeben. Die Männer sollen noch im Laufe des Tages vor dem Oberlandesgericht Koblenz angehört werden. Weitere Auskünfte wollen Polizei und Generalstaatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen Gründen nicht geben.

Den entscheidenden Hinweis auf die Gruppe erhielt die Polizei von einem Mitarbeiter einer Flüchtlingsunterkunft. Er hatte den 23-Jährigen in einem Videoclip erkannt, indem dieser mit Handgranaten, diversen Kriegswaffen und in Kampfuniform abgebildet war. Den Ermittlern zufolge versuchte er zudem, über das Internet Kämpfer für den syrischen Bürgerkrieg zu rekrutieren.

Zwei Männer gelten als Gefährder

Der Mann soll der verbotenen Rebellenmiliz Ahrar al-Sham angehören - eine Gruppe, die zum salafistischen Spektrum gehöre und in Syrien einen islamischen Staat auf der Grundlage der Scharia gründen wolle. Nun muss er sich wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verantworten.

Die beiden anderen Verdächtigen sollen in Syrien Mitglieder des Islamischen Staates (IS) gewesen sein. Zwei der drei Männer waren bereits von den deutschen Behörden als islamistische Gefährder eingestuft worden - also als Männer, denen die Behörden einen Terroranschlag zutrauen.

Quelle: n-tv.de, jug/dpa

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