Politik

DNA findet sich in keiner Datenbank Dritte Leiche von Saint-Denis gibt Rätsel auf

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Den Moment, als sich der Selbstmordattentäter in Saint-Denis in die Luft sprengte, hat ein Nachbar mit dem Handy festgehalten.

(Foto: AP)

Die Zerstörungen in der Wohnung in Paris Saint-Denis sind gewaltig. Hier starben bei der Razzia am Mittwoch drei Menschen. Abdelhamid Abbaaoud und Hasna Aitboulahcen wurden identifiziert. Doch zu dem unbekannten Mann schweigen die Datenbanken.

Immer mehr Verbindungen können die Ermittler im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris aufdecken, immer mehr Personen identifizieren. Nur mit einer Person kommen sie bisher nicht weiter. Wer war der Selbstmordattentäter, der sich während des Anti-Terror-Einsatzes in der Pariser Vorstadt Saint-Denis am Mittwoch in die Luft sprengte?

Anders als die bisher identifizierten Attentäter war er der Polizei offenbar nicht bekannt. Wie aus französischen Polizeikreisen verlautete, konnten die Ermittler aus seinen Leichenteilen zwar DNA isolieren. Die Überprüfung des Erbguts habe jedoch bisher nicht zur Identifizierung des Selbstmordattentäters geführt, da in den Polizei-Dateien zu verurteilten oder verdächtigen Straftätern niemand mit dieser DNA aufgeführt sei, teilten sie mit.

Damit ist offenbar ausgeschlossen, dass es sich bei dem Mann um Salah Abdeslam handelt, nach dem seit den Anschlägen vom 13. November europaweit gefahndet wird. Der bisher unbekannte Mann hatte sich in einer Wohnung in Saint-Denis verschanzt, die Spezialkräfte der französischen Polizei am Mittwoch auf der Suche nach den Hintermännern der Anschlagsserie mit 130 Toten stürmten.

Bei dem Einsatz wurden drei Menschen getötet: der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge Abdelhamid Abaaoud, dessen Cousine Hasna Aitboulahcen und der noch nicht identifizierte Mann, der sich in die Luft sprengte. Aitboulahcen wurde zwischenzeitlich für die Selbstmordattentäterin gehalten, später korrigierten französische Behörden diese Angaben. Die britische Presse veröffentlichte erstmals Bilder aus von der Polizei gestürmten Terroristen-Wohnung. Sie zeigen das ganze Ausmaß der Gewalt, die hier gewütet hat.

Noch mehr offene Fragen

Ebenfalls keine Hinweise haben die Ermittler laut den Angaben aus Polizeikreisen dazu, ob der Mann möglicherweise ebenso wie zwei weitere Pariser Selbstmordattentäter über Griechenland in die EU eingereist sein könnte. Bei den zwei Männern, die sich am vergangenen Freitag am Stade de France bei Paris in die Luft sprengten, hatten Fingerabdrücke zu dem Hinweis geführt, dass sie auf der griechischen Insel Leros kontrolliert worden waren. Die Identität der beiden Männer blieb allerdings unklar.

Bei der Aktion in Saint-Denis hatte die französische Polizei acht weitere Personen festgenommen, fünf im Gebäude und drei außerhalb. Sieben davon sind inzwischen nach Angaben aus Justizkreisen wieder auf freiem Fuß. Weiterhin inhaftiert bleibe ein Mann, dem nach eigenen Aussagen das Haus gehöre, in dem sich die Getöteten aufgehalten hätten.

Quelle: ntv.de, sba/AFP