Videos sollen Treffer zeigenDrohnen attackieren Ölanlagen bei St. Petersburg

Die Ukraine setzt ihre Angriffe auf die russische Ölindustrie fort und nimmt erneut Ziele bei St. Petersburg ins Visier. Russland meldet Treffer an einem Ostseehafen für Ölexporte. Unklar bleibt das volle Ausmaß der Schäden.
Die Ukraine hat erneut russische Ölanlagen an der Ostsee bei St. Petersburg mit Drohnen angegriffen. "In der vergangenen Nacht erreichten unsere Langstreckensanktionen gegen Russland wegen dieses Kriegs Ziele in der Nähe von St. Petersburg", schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf X.
"Die ukrainischen Verteidigungskräfte attackierten die Öl-Infrastruktur im Hafen, die Einnahmen für Putins Krieg generiert", schrieb Selenskyj weiter. Zudem habe es erfolgreiche Angriffe auf Ziele in Kronstadt gegeben. Die Stadt liegt auf einer Insel vor St. Petersburg und wird von der russischen Marine als Ostseehafen genutzt.
Russland bestätigte einen massiven Drohnenangriff auf Sankt Petersburg und die umliegende Region Leningrad. Bei der nächtlichen Attacke wurde den Behörden zufolge auch ein Ostseehafen für Ölexporte getroffen. Der Gouverneur von Sankt Petersburg, Alexander Beglow, sprach von einem großangelegten Angriff auf die Metropole mit sechs Millionen Einwohnern. Er nennt keine genauen Ziele. Das lokale Medium "Bumaga" berichtet jedoch von einem Feuer am Ölterminal der Stadt.
Der Gouverneur der Region Leningrad, Alexander Drosdenko, erklärt, Drohnen hätten den Hafen von Wysozk getroffen. Dieser liegt etwa 170 Kilometer nordwestlich von Sankt Petersburg am Finnischen Meerbusen und schlägt Öl, Getreide, Kohle sowie Flüssigerdgas um. Drosdenko sagt weiter, Einsatzkräfte hätten 72 Drohnen über der Region Leningrad abgeschossen.
Zudem scheint auch der Ölhafen von St. Petersburg selbst getroffen worden zu sein, wie Videos in russischen wie ukrainischen Telegramkanälen nahelegen. Von der Führung der Millionenstadt gab es dazu keine Angaben. Die russische Nachrichtenagentur Ria Novosti meldet über den Drohnenangriff auf St. Petersburg, es gebe "keine Berichte über Verletzte oder Schäden".
Das russische Verteidigungsministerium bestätigte nur Angriffe auf das Umland von St. Petersburg, aber nicht auf das Stadtgebiet. Landesweit seien über Nacht 389 ukrainische Kampfdrohnen abgefangen worden, hieß es. Zuletzt hatte die Ukraine Anfang Juni Tanks im Ölhafen von St. Petersburg in Brand geschossen, als dort das Internationale Wirtschaftsforum von Kremlchef Wladimir Putin begann. Die Stadt liegt mehr als 1000 Kilometer von der Ukraine entfernt.
Angriff legt Ölraffinerie lahm
Die Ukraine hat in letzter Zeit ihre Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur systematisch ausgeweitet. Dies hat in den vergangenen Wochen in Russland zu Engpässen bei Benzin und Diesel sowie zu deutlichen Preissteigerungen geführt.
Zuletzt hatte ein ukrainischer Drohnenangriff auf die viertgrößte russische Ölraffinerie Norsi, Insidern zufolge, die Rohölverarbeitung gestoppt. Die Drohne traf demnach die Hauptraffinerieanlage, die 53 Prozent der Gesamtkapazität von Norsi ausmacht. Norsi ist der zweitgrößte Benzinproduzent Russlands.