13 Kinder unter den Opfern Dutzende Tote bei Luftangriff auf Krankenhaus im Sudan

Seit 2023 tobt ein Machtkampf im Sudan, unter dem vor allem die Zivilbevölkerung leidet. Jetzt beschädigt ein Luftangriff offenbar die Kinder-, Geburts- und Notfallstationen einer Klinik. WHO-Chef Tedros findet deutliche Worte.
Im Sudan hat es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen weiteren Luftangriff auf eine medizinische Einrichtung mit vielen Todesopfern gegeben. In der Region Ost-Darfur sei ein Lehrkrankenhaus getroffen worden, teilte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf der Plattform X mit. Bei dem Vorfall am Freitagabend seien mindestens 64 Menschen getötet worden, darunter 13 Kinder. Unter den Toten waren demnach Patienten der Einrichtung sowie medizinisches Personal. Zudem gab es laut Tedros mindestens 89 Verletzte.
Wer für den Angriff verantwortlich war, sagte der WHO-Chef nicht. Laut der sudanesischen Nichtregierungsorganisation Emergency Lawyers handelte es sich um einen Drohnenangriff der sudanesischen Armee.
In dem seit April 2023 andauernden Machtkampf im Sudan kämpft De-facto-Machthaber Abdel-Fattah al-Burhan mit Hilfe der regulären Armee gegen seinen früheren Stellvertreter Mohamed Hamdan Daglo und dessen Miliz Rapid Support Forces (RSF). Die RSF dominiert in Darfur im Westen des Landes, die Armee im Osten, im Zentrum und im Norden. Unter dem Konflikt leidet vor allem die Zivilbevölkerung.
Infolge des jüngsten Angriffs wurden laut WHO die Kinder-, Geburts- und Notfallstationen der Klinik beschädigt. Das Krankenhaus sei nicht mehr funktionsfähig, schrieb Tedros weiter. Dazu veröffentlichte er Bilder von einem beschädigten Gebäude. Die WHO unterstütze ihre Partner vor Ort, um entstandene Lücken in der Gesundheitsversorgung zu schließen.
Mit dem jüngsten Vorfall stieg die Gesamtzahl der Opfer bei Angriffen auf Einrichtungen des Gesundheitssystems seit Kriegsbeginn vor knapp drei Jahren laut WHO auf 2036 Tote und mehr als 700 Verletzte. Tedros mahnte, es sei höchste Zeit, den Konflikt zu deeskalieren, um Zivilisten, Gesundheitspersonal und humanitäre Helfer zu schützen. "Das Gesundheitswesen darf niemals zum Ziel werden. Frieden ist die beste Medizin", schrieb der WHO-Chef.
Durch den Krieg sind zehntausende Menschen getötet worden, mehr als elf Millionen Menschen wurden vertrieben. Der Konflikt hat zu einer der schlimmsten humanitären Krisen weltweit geführt. Bemühungen um eine Waffenruhe blieben bislang erfolglos.