Politik

Täter verkleidet sich als Frau Dutzende sterben bei Selbstmordanschlag

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49 Tote, 70 Verletzte: Traurige Bilanz eines Anschlags auf eine schiitische Feier.

(Foto: dpa)

Der Jemen kommt nicht zur Ruhe: Bei einer Feier zu Ehren des Propheten Mohammed sprengt sich ein Selbstmordattentäter in die Luft. Sein Ziel sind verfeindete schiitische Kämpfer. Fast 50 Menschen sterben.

Im Jemen sind bei einem Selbstmordanschlag auf eine schiitische Zeremonie fast 50 Menschen getötet worden. Dutzende weitere Menschen wurden nach Angaben des Rettungsdienstes verletzt, als sich der als Frau verkleidete Selbstmordattentäter am Mittwoch in der Stadt Ibb in die Luft sprengte. Zwar ist die Stadt überwiegend sunnitisch, sie wird aber von der schiitischen Huthi-Miliz kontrolliert. An der Zeremonie nahmen Unterstützer der Miliz teil.

"Die Opferzahl des Anschlags von Ibb liegt inzwischen bei 49 Toten und 70 Verletzten", sagte ein Arzt aus der Stadt. Unter den Verletzten war den Angaben zufolge auch der Gouverneur der Stadt, Jahja al-Arjani. Bei der Zeremonie wurde an den Geburtstag des Propheten Mohammed erinnert. Sicherheitskräften zufolge wurde ein zweiter Attentäter am Eingang des Veranstaltungsortes entdeckt.

Der Jemen wird seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Ali Abdullah Saleh im Jahr 2012 von Gewalt und schweren politischen Unruhen erschüttert. Die Huthi-Milizionäre starteten Anfang 2014 eine Offensive, in deren Zuge sie im September auch die Hauptstadt Sanaa einnahmen.

Seither weiteten sie ihren Machtbereich im Zentrum und Westen des Landes aus. Im Namen der schiitischen Minderheit fordern sie mehr politische Mitsprache. Allerdings stoßen sie auf heftigen Widerstand bei sunnitischen Stämmen und der Extremistengruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel.

Quelle: n-tv.de, fma/AFP/dpa

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