Politik

Währungsumstellung rückt näher EU-Kommission stimmt Euro-Einführung in Kroatien zu

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Kroatien will seine Landeswährung Kuna durch den Euro ersetzen.

(Foto: picture alliance / PIXSELL)

Nach Ansicht der EU-Kommission ist Kroatien bereit für die Einführung des Euro im eigenen Land. Nun müssen noch die übrigen Mitgliedsstaaten der Währungsumstellung zustimmen. Kroatien selbst plant die Abschaffung des Kuna zum 1. Januar 2023.

Das beliebte Urlaubsland Kroatien erfüllt nach einer abschließenden Bewertung der EU-Kommission die Voraussetzungen für die Einführung der Gemeinschaftswährung Euro. Nach Angaben der Brüsseler Behörde könnten damit bereits im Sommer die noch ausstehenden EU-Beschlüsse gefasst werden. Kroatien will seine Landeswährung Kuna ab dem kommenden Jahr durch den Euro ersetzen.

Bundeskanzler Olaf Scholz begrüßte die Entscheidung aus Brüssel. Das sei "ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt, denn darum habe ich mich schon gekümmert, als ich Finanzminister war", sagte Scholz nach einem Treffen mit dem kroatischen Ministerpräsidenten Andrej Plenkovic in Berlin. "Insofern ist das ein guter Tag, weil wir Fortschritte sehen." Plenkovic sagte, er rechne nun mit der Einführung des Euro in seinem Land und einem Beitritt zum Schengen-Raum ohne Grenzkontrollen zum Beginn des kommenden Jahres.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kommentierte: "Weniger als ein Jahrzehnt nach seinem EU-Beitritt ist Kroatien nun bereit, dem Euro-Währungsgebiet am 1. Januar beizutreten." Dies werde die kroatische Wirtschaft stärken und den Bürgerinnen und Bürgern, den Unternehmen und der Gesellschaft insgesamt Vorteile bringen. Durch die Einführung des Euro in Kroatien werde auch der Euro gestärkt.

Kroatien bemüht sich seit Jahren, die Kriterien für eine Aufnahme in den Euro-Klub zu erfüllen. Als bislang letztes Land war zum 1. Januar 2015 Litauen als 19. Mitglied in den Kreis der Länder mit der Gemeinschaftswährung aufgenommen worden. Nach den EU-Verträgen sind alle Mitgliedsstaaten bis auf Dänemark zum Beitritt zur Gemeinschaftswährung verpflichtet, sobald sie die Voraussetzungen erfüllen. Mehrere Staaten verfolgen dies aber nicht mit Nachdruck - zu ihnen zählen zum Beispiel Schweden, Polen und Ungarn.

In Kroatien sieht vor allem der Fremdenverkehr der Einführung des Euro mit großen Erwartungen entgegen. Das Land mit der langen Adriaküste, den vielen malerischen Buchten und Inseln, lebt stark vom Tourismus. Zugleich befürchten viele Menschen, dass durch die Umstellung auf die europäische Gemeinschaftswährung die Lebenshaltungskosten stark steigen könnten.

Den förmlichen Beschluss über die Euro-Einführung in Kroatien soll der Rat der 27 EU-Mitgliedsstaaten in der ersten Juli-Hälfte fassen. Schwierigkeiten werden nach der eindeutigen Bewertung der EU-Kommission allerdings nicht erwartet.

(Dieser Artikel wurde am Mittwoch, 01. Juni 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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