Politik

Zähe Atomgespräche in Wien EU-Verhandler rügen Irans Vorgehen

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Im Palais Coburg in Wien wird verhandelt.

(Foto: imago images/Viennareport)

Über sechs Runden handeln der Iran sowie die Staaten des Atomabkommens mit dem Land schwierige Kompromisse aus. Doch nach Darstellung der EU findet sich davon am Ende wenig in einem Entwurf von Teheran.

EU-Diplomaten haben sich bitter enttäuscht über die Atomgespräche mit dem Iran geäußert, die kommende Woche in Wien fortgesetzt werden sollen. "Nach gründlicher und sorgfältiger Prüfung sind wir enttäuscht und besorgt über die von Iran vorgeschlagenen Änderungen am Text, der über die letzten sechs Runden der Wiener Gespräche ausgehandelt wurde", sagte ein hochrangiger EU-Diplomat. "Iran bricht mit fast allen schwierigen Kompromissen, die in mehreren Monaten harter Verhandlungen vereinbart worden waren, und verlangt wesentliche Änderungen am Text."

Am Montag waren die Atomgespräche nach fünfmonatiger Unterbrechung wieder aufgenommen worden. Die USA hatten das Abkommen 2018 unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump einseitig aufgekündigt und Wirtschaftssanktionen gegen den Iran verhängt. Großbritannien, Frankreich, Deutschland, China und Russland hielten an der Vereinbarung fest.

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2019 hatte der Iran damit begonnen, gegen Auflagen zu verstoßen und die Uran-Anreicherung hochzufahren. Während westlichen Regierung Iran vorwerfen, heimlich eine Atombombe bauen zu wollen, weist die Regierung in Teheran dies zurück. Trumps Nachfolger Joe Biden hat sich zur Rückkehr zu dem unter Barack Obama geschlossenen Abkommen bereiterklärt. Zwischen den USA und Iran finden auch derzeit aber nur indirekte Gespräche statt.

Die Verhandlungen dürften Mitte nächster Woche wieder aufgenommen werden, erklärte Chinas Chefunterhändler Wang Qun. EU-Diplomaten forderten, dass die Delegationen nun in den Hauptstädten die aktuelle Lage beraten und Weisungen über das weitere Vorgehen einholen müssten. "Das ist wichtig, um abzuschätzen, ob diese Verhandlungslücken geschlossen werden können oder nicht", hieß es mit Blick auf die iranische Position. Man wolle weiter einem diplomatischen Weg. "Das Zeitfenster für solch einen Weg wird jedoch kleiner", hieß es warnend. "Wir warten auf die Antwort der anderen Parteien auf unsere vorgeschlagenen Entwürfe", sagte der iranische Chefunterhändler für Atomfragen, Ali Bagheri Kani.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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