Politik

Flüchtlinge sollen profitieren EU will Türkei fast 500 Millionen Euro zahlen

130472595.jpg

In der Türkei leben mehr als vier Millionen Flüchtlinge, 70 Prozent von ihnen Frauen und Kinder. (Archivbild)

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Corona-Krise hat die Lage der Flüchtlinge noch einmal verschärft - auch in der Türkei. Um den Menschen vor Ort zu helfen, will die EU dem Land zusätzlich 485 Millionen Euro schicken. Die Kommission kündigt an, die Flüchtlinge so lange zu unterstützen wie nötig.

Die EU will die Türkei bei der Versorgung von Flüchtlingen mit weiteren knapp 500 Millionen Euro unterstützen. Einem entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission hätten das EU-Parlament und die Mitgliedstaaten zugestimmt, wie die Kommission mitteilte. Die Gelder sollen unabhängig von den sechs Milliarden Euro gezahlt werden, die die EU der Türkei im Rahmen des Flüchtlingsabkommens von 2016 zugesagt hatte.

Mit den zusätzlichen 485 Millionen Euro können nach Angaben der Kommission zwei wichtige Versorgungsprogramme für Flüchtlinge in der Türkei bis 2021 verlängert werden, von denen 1,7 Millionen Flüchtlinge und mehr als 600.000 Schulkinder aus Flüchtlingsfamilien profitieren würden. Die Gelder würden an UN-Organisationen, das Internationale Rote Kreuz und den Roten Halbmond sowie an Hilfsorganisationen gezahlt.

Die EU werde Flüchtlinge in der Türkei unterstützen, solange die humanitäre Lage es erfordere, "besonders jetzt, wo das Coronavirus die ohnehin schon schlimme Situation weiter verschärft hat", sagte der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenschutz, Janez Lenarcic.

Aufnahme von Flüchtlingen gegen Milliardenhilfen

In der Türkei leben mehr als vier Millionen Flüchtlinge, 70 Prozent von ihnen Frauen und Kinder. Der Großteil dieser Menschen, rund 3,6 Millionen, sind vor dem Bürgerkrieg in Syrien geflohen. Im Flüchtlingsabkommen von 2016 hatte Ankara sich verpflichtet, alle auf den griechischen Inseln ankommenden Flüchtlinge zurückzunehmen und stärker gegen Schlepperbanden vorzugehen. Die EU versprach im Gegenzug Milliardenhilfen für die Flüchtlingsversorgung in der Türkei, eine beschleunigte Visa-Erleichterung und die Modernisierung der Zollunion.

Derzeit tobt ein Streit zwischen der Türkei und der EU. Griechenland warf der Türkei unlängst vor, die Grenzen für Flüchtlinge zur EU erneut geöffnet zu haben. Die türkische Regierung beschuldigt ihrerseits die EU, sich nicht an das Flüchtlingsabkommen gehalten zu haben.

Quelle: ntv.de, ibu/AFP

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.