Politik

Anlage in der Nähe der KrimEin Toter bei Angriff auf russische Raffinerie nahe der Krim

28.06.2026, 11:29 Uhr
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Mit Hunderten Drohnen trägt Kiew den Krieg zurück ins Land des Angreifers. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Die Ukraine setzt bei ihrer Verteidigung gegen den russischen Überfall weiter auf Attacken gegen die Energieinfrastruktur des Angreifers. Einmal mehr steht dabei eine Ölanlage nahe der von Moskau besetzten Halbinsel Krim im Fokus.

In der südrussischen Region Krasnodar ist nach einem ukrainischen Drohnenangriff ein Feuer in einer Raffinerie ausgebrochen. Bei der Attacke sei auch ein Mensch getötet worden, teilte Gouverneur Wenjamin Kondratjew bei Telegram mit. Neben der Raffinerie in der Stadt Slawjansk-na-Kubani seien mehrere Häuser, eine Strom- und eine Gasleitung beschädigt worden, schrieb er. "Außerdem haben wir eine Raffinerie in der Region Jaroslawl getroffen, die etwa 700 Kilometer von unserer Grenze entfernt liegt", schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht. 

In sozialen Netzwerken verbreitete Bilder und Videos lassen auf einen großen Brand der Anlage in der Region Krasnodar schließen. Die Anlage ist mit einer Verarbeitungskapazität von laut unterschiedlichen Quellen vier bis fünf Millionen Tonnen Öl pro Jahr nicht besonders groß. Andere Angaben nennen eine Kapazität von rund 100.000 Barrel pro Tag. Wegen ihrer Lage in unmittelbarer Nähe zur von Russland annektierten Halbinsel Krim haben die Ukrainer die Raffinerie aber schon mehrfach attackiert und beschädigt. 

Auch andere russische Regionen wie Jaroslawl oder Iwanowo nordöstlich von Moskau meldeten Drohnenangriffe. Das russische Militär hat eigenen Angaben nach 213 ukrainische Drohnen abgeschossen. Das deutet auf eine weitere massive Attacke hin. Selenskyj kündigte weitere Schläge gegen strategische Objekte in Russland an. "Jede unserer Langstrecken-Sanktionen verringert die Ressourcen, die für die russische Kriegsmaschinerie arbeiten, und ist ein Schritt zum Frieden", schrieb er.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat im Februar 2022 den Befehl zum Beginn des Kriegs gegen die Ukraine erteilt. In den mehr als vier Jahren Krieg hat das russische Militär Städte in der Ukraine zerstört, Tausende Zivilisten getötet und Millionen Ukrainer zur Flucht gezwungen. 

Kiew wehrt sich gegen die Invasion auch mit Angriffen auf strategische Ziele wie Militär- und Rüstungseinrichtungen oder Ölanlagen im russischen Hinterland. Beim Drohnenkrieg haben die Ukrainer in den vergangenen Monaten dabei zunehmend die Oberhand gewonnen. Als eine Folge macht sich in Russland inzwischen zunehmend ein Treibstoffdefizit bemerkbar.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/rts

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