Politik

Männer spähen Flughäfen aus Ermittler durchsuchen mehrere Wohnungen

Die Sicherheitsbehörden sind alarmiert: Vier Verdächtige sollen die Flughäfen in Paris und Stuttgart ausspioniert haben. Unter ihnen ist wohl auch ein als Salafist eingestufter Mann.

Nach den mutmaßlichen Ausspähungen am Stuttgarter Flughafen hat die Polizei in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen Wohnungen durchsucht. Im Zusammenhang mit dem Ausspähverdacht laufen Ermittlungen gegen vier Beschuldigte, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Stuttgart sagte. Am Flughafen blieb derweil die Polizeipräsenz weiter erhöht.

In Nordrhein-Westfalen wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft zwei Objekte durchsucht, in Baden-Württemberg eins. Der Behördensprecher wollte zunächst keine Angaben dazu machen, wo genau die Durchsuchungen stattfanden. Auch zu den vier Beschuldigten äußerte er sich nicht konkret. Er gab lediglich an, dass gegen sie wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat ermittelt werde.

"Konsequent und mit Hochdruck"

Wegen des Ausspähverdachts am Stuttgarter Flughafen war dort zuletzt die Polizeipräsenz deutlich erhöht worden. Die Bundespolizei werde die Maßnahmen bis auf Weiteres aufrecht erhalten, sagte ein Sprecher der Bundespolizei Baden-Württemberg.

Das Bundespolizeipräsidium machte keine genauen Angaben zu den Sicherheitsvorkehrungen an anderen Flughäfen. Die Behörde in Potsdam erklärte lediglich, die Einsatzkräfte an allen Airports im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei seien "sensibilisiert" worden.

Mit Blick auf die Ermittlungen zum Ausspähverdacht in Stuttgart erklärte die Bundespolizei, derartige Hinweise und Vorkommnisse gebe es vor allem um die Weihnachtszeit immer wieder. Die Bundespolizei gehe den aktuellen Informationen wie auch allen anderen Hinweisen dieser Art "konsequent und mit Hochdruck" nach. Die Sicherheitsvorkehrungen seien in Abstimmung mit den zuständigen Stellen weiter verstärkt worden.

Seehofer: Keine weiteren Gefährdungserkenntnisse

Nach Angaben von Bundesinnenminister Horst Seehofer gibt es keine Erkenntnisse über Ausspähungen auch an anderen deutschen Flughäfen. "Die Aufmerksamkeit ist sicher an allen Flughäfen jetzt erhöht", sagte Seehofer im Münchner Presseclub. "Wir haben jetzt keine darüber hinausgehenden Erkenntnisse bei anderen Flughäfen, so wie wir sie in Stuttgart und anderen Flughäfen in Teilen Frankreichs haben."

Unter den vier Beschuldigten sollen laut Südwestrundfunk (SWR) ein Vater und ein Sohn aus Nordrhein-Westfalen sein. Sie seien der französischen Polizei bereits nach dem Anschlag auf den Straßburger Weihnachtsmarkt aufgefallen, als sie am Pariser Flughafen Charles de Gaulle Fotos vom Terminal gemacht haben sollen. Es handele sich um die selben Männer, die auch in Stuttgart gesichtet worden seien, berichtete der SWR.

Hinweise auf die Männer sollen auch von marokkanischen Sicherheitsbehörden gekommen sein. Diese hatten nach SWR-Informationen verdächtige Chats abgefangen und den deutschen Behörden übermittelt. Darin sei von einem Anschlag auf einen Flughafen im deutsch-französischen Grenzgebiet die Rede gewesen.

Quelle: n-tv.de, jwu/AFP

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