Politik

"Ein sehr aggressives Virus" Ernst schließt Impfpflicht nicht aus

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Wenn Freiwilligkeit nicht ausreicht, dann wird diese Frage diskutiert werden, sagte KMK-Vorsitzende Ernst.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Millionen Menschen in Deutschland warten auf ihre Corona-Impfung. Doch die Politik wird sich nach Ansicht der Chefin der Kultusministerkonferenz auch mit der Frage befassen müssen, was folgt, wenn die Freiwilligkeit nicht groß genug ist. Für die SPD-Politikerin ist eine Debatte um eine Pflicht dann unausweichlich.

Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst, will eine generelle Corona-Impfpflicht nicht ausschließen. In der RTL-Sendung "Deutschland fragt …" sagte die SPD-Politikerin: "Ich glaube, dass sich sehr, sehr viele Menschen freiwillig impfen lassen, aber wenn wir am Ende des Jahres zu dem Ergebnis kommen, dass die Freiwilligkeit nicht ausreicht, dann wird diese Frage diskutiert werden." Auch eine Impfpflicht für Kinder ähnlich wie bei Masern will Ernst nicht ausschließen. Noch gebe es keinen geeigneten Impfstoff für Kinder, aber sobald der da sei, würden auch Kinder geimpft. "Es ist ein sehr aggressives Virus, und deshalb wird die Frage der Impfpflicht Ende des Jahres diskutiert werden müssen", sagte sie.

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Die brandenburgische Bildungsministerin Britta Ernst geht zudem davon aus, dass Schüler und Schülerinnen für mindestens zwei, drei Jahre "eng begleitet" werden müssen, um Bildungsdefizite aus der Zeit der Corona-Pandemie aufzuarbeiten. Dabei werden die Kultusminister der Länder auf eine große Palette von Möglichkeiten zurückgreifen. "Alles, was hilft, werden wir nehmen. Wir werden Ferienangebote in den Ländern machen, wir werden zusätzliches Personal in die Schulen bringen, zum Beispiel Lehramtsstudierende", sagte sie. "Wir haben auch überlegt, das Freiwillige Soziale Jahr auf diesen Bereich zu konzentrieren" - etwa um Nachhilfe an Ganztagsschulen mit Angeboten am Nachmittag zu organisieren.

Konkret geht Ernst allerdings von einer überschaubaren Zahl von Schülern und Schülerinnen aus, die Hilfe brauchen. "Das wird sich auf diejenigen konzentrieren, die nicht klargekommen sind, und denen werden Ferienangebote gemacht", sagte sie. "Und im nächsten Schuljahr, wenn wir eine Lernausgangslage haben, wird für alle Kinder individuell geguckt, welche Unterstützung sie brauchen. Daran wird zurzeit in allen Bundesländern gearbeitet."

Quelle: ntv.de, jwu