Politik

Fünf Länder marschieren vorweg Erste Schulen öffnen schon nächste Woche

Bund und Länder einigen sich darauf, dass es für die ersten Jahrgänge ab 4. Mai wieder Unterricht geben soll. Wegen der Sommerferien holen mehrere Länder ihre Abschlussklassen aber schon kommende Woche zurück, andere öffnen ihre Schulen bereits Ende April. Eine Übersicht des föderalen Flickenteppichs.

Für die meisten Schülerinnen und Schüler bleiben die Schulen in der Corona-Krise erst einmal dicht. Nur für einige Jahrgänge soll es ab dem 4. Mai wieder Unterricht geben, darauf haben sich Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch geeinigt. Einzelne Länder dürfen von dem Termin aber abweichen und Prüfungen und Prüfungsvorbereitungen der Abschlussklassen vorziehen: Schließlich beginnen die Sommerferien in einigen Ländern auch schon im Juni, erklärte die Bundeskanzlerin.

Zu diesem Schritt haben sich mit Berlin, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein fünf Bundesländer entschlossen. Sie beginnen bereits kommende Woche wieder mit dem Unterricht oder bestellen ihre Schüler für die Abiturprüfungen ein. Sieben Länder halten ihre Schulen noch eine Woche länger geschlossen und öffnen ihre Türen am 27. April für die ersten Schüler. Die anderen Länder folgen am 4. Mai.

Grundsätzlich soll die Kultusministerkonferenz der Bildungsminister und -senatoren bis zum 29. April ein Konzept für den weiteren Schulbetrieb in diesem Jahr entwickeln. Offen ist unter anderem, welche Hygiene- und Schutzmaßnahmen getroffen werden müssen, und wie groß die Schülergruppen maximal sein dürfen. Im Raum steht auch ein Vorschlag, den Unterricht rotierend an wechselnden Tagen abzuhalten, um die Schüleranzahl möglichst kleinzuhalten.

Was die einzelnen Länder planen, erfahren Sie in dieser Übersicht:

In Baden-Württemberg sollen ab dem 4. Mai zunächst bis zu 250.000 Schüler wieder in die Schule zurückkehren. Kultusministerin Susanne Eisenmann sagte, dass zu diesem Termin zunächst Schüler aller Schularten wieder in Hauptfächern unterrichtet werden, wenn sie im laufenden oder im kommenden Jahr Abschlussprüfungen ablegen müssen. Damit sei eine angemessene Vorbereitung gewährleistet. Den Beginn der Abiturprüfungen hatte Baden-Württemberg bereits auf den 18. Mai verlegt. Schüler anderer Altersstufen könnten erst später wieder schrittweise in die Schule zurückkehren, sagte Eisenmann. Auch Grundschüler der vierten Klasse müssten vorerst zu Hause bleiben.

Bayern will seine Beschränkungen als besonders schwer betroffenes Land langsamer lockern als andere Bundesländer. Ab dem 27. April sollen Abschlussklassen an den Gymnasien, Real- und Mittelschulen als erste wieder zurück an die Schulen dürfen, ebenso Meisterklassen. Frühestens ab dem 11. Mai sollen an diesen Schulen die Jahrgänge folgen, die im kommenden Jahr ihren Abschluss machen, also etwa die derzeitigen Elftklässler an Gymnasien und die jetzigen Neuntklässler an Realschulen.

In Berlin sollen die Abiturprüfungen wie geplant bereits nächste Woche am 20. April starten. Das kündigte Bildungssenatorin Sandra Scheeres in einem Interview mit dem RBB an. Die Schulen sollen dann schrittweise in der Woche darauf öffnen: Als erste sollen ab dem 27. April die zehnten Klassen zurückkehren. In den Grundschulen beginnt der Unterricht am 4. Mai mit den sechsten Klassen.

Brandenburg handhabt die Schulöffnungen ähnlich wie Berlin: Ab kommenden Montag beginnen die Abiturprüfungen. Unterricht soll an dem 4. Mai unter strengen Hygienevorschriften wieder stattfinden.

 

Auch die Schulen in Bremen nehmen ihren Betrieb schrittweise ab dem 4. Mai auf. Priorität hätten Abschlussklassen von allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen sowie die vierten Klassen der Grundschulen, sagte Bürgermeister Andreas Bovenschulte. Über die Einzelheiten würden die Kultusminister beraten.

Hamburg beginnt ebenfalls ab dem 4. Mai schrittweise mit dem Unterricht für einzelne Jahrgänge. Als erste sollen die vierten Klassen der Grundschulen und die Abschlussklassen der weiterführenden Schulen zurückkehren dürfen.

Die Schulen in Hessen beginnen am 27. April wieder mit dem Regelbetrieb. Zunächst sind auch hier die Abschlussklassen weiterführender Schulen dran. Weitere Schritte will die Landesregierung noch diskutieren.

In Mecklenburg-Vorpommern dürfen am 27. April die zehnten, elften und zwölften Klassen zurückkehren. Parallel dazu soll bis Anfang Mai ein Konzept für die weiteren Jahrgänge erarbeitet werden. Nach Angaben von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig dürften zuerst die Schüler der vierten Klasse folgen, weil sie von der Grundschule auf weiterführende Schulen wechseln.

Auch in Niedersachsen machen die Abschlussklassen bei der schrittweisen Öffnung den Anfang. Ab 27. April dürfen nach Angaben des Kultusministeriums die zehnten und 13. Klassen für die Prüfungsvorbereitung zurückkehren. Ab dem 4. Mai soll der Schulbetrieb für weitere Klassenstufen beginnen. Details sollen im Laufe des Tages bekannt gegeben werden.

In Nordrhein-Westfalen beginnen die Sommerferien bereits am 29. Juni, deshalb kehren Schulleitungen und Lehrkräfte bereits kommende Woche in die Schulen zurück. Nach einer kurzen Vorbereitungszeit sollen wenige Tage später jene Klassen folgen, in denen Abschlussprüfungen anstehen. Die Landesregierung hält daran fest, dass die ersten Abiturprüfungen am 12. Mai geschrieben werden.

In Rheinland-Pfalz geht es am 27. April für die ersten Schüler zurück auf die Schulbank. Wie in anderen Ländern sind zunächst jene dran, die noch in diesem Schuljahr ihren Abschluss machen. Am 4. Mai sollen diejenigen Schüler folgen, die im kommenden Jahr dran sind. Auch Viertklässler, die von der Grundschule auf eine weiterführende Schule wechseln, kehren Anfang Mai ins Klassenzimmer zurück.

Das Saarland will im Laufe des Tages entscheiden, wie die Beschlüsse von Bund und Ländern umgesetzt werden. Ministerpräsident Tobias Hans hat aber bereits angekündigt, dass Schulen und Kitas vorerst geschlossen bleiben.

Auch in Sachsen sollen die ersten Schulen schon am kommenden Montag, also am 20. April wieder öffnen. Zunächst sollen die Abiturienten an den Gymnasien für ihre Prüfungsvorbereitung zurückkehren, ab Mittwoch auch die Abschlussklassen an den Berufsschulen und Oberschulen. Nach zwei bis drei Wochen soll über weitere Klassenstufen entschieden werden. Ein regulärer Unterricht finde nächste Woche aber noch nicht statt, heißt es von der Landesregierung.

Sachsen-Anhalt öffnet seine Schulen ebenfalls bereits nächste Woche. Nach Angaben des MDR soll am Montag aber noch kein Unterricht stattfinden. Die Schulen bekämen zunächst einige Tage Zeit, sich zu organisieren, heißt es. Zuerst sollen anschließend die Abschlussklassen zurückkehren. Für alle anderen Schüler soll der Schulbetrieb ab dem 4. Mai schrittweise starten.

In Schleswig-Holstein will die Landesregierung im Laufe des Tages beraten, wie die Beschlüsse von Bund und Ländern konkret umgesetzt werden. Klar ist bereits, dass die Abiturprüfungen am 21. April beginnen. Grundsätzlich sollen Schulen und Kitas aber bis 4. Mai geschlossen bleiben.

In Thüringen soll der Schulbetrieb am 27. April langsam wieder anlaufen. Laut Ministerpräsident Bodo Ramelow kehren auch im Freistaat zuerst die diesjährigen Abiturklassen für die Prüfungsvorbereitung zurück. Schüler, die beispielsweise Prüfungen über die mittlere Reife oder andere besondere Leistungsnachweise ablegen müssen, sollen ab dem 4. Mai in den Schulbetrieb eingegliedert werden. Die anderen Schularten wie etwa Grundschulen sollen bis Ende Mai oder Anfang Juni schrittweise wieder mit dem Unterricht beginnen.

Quelle: ntv.de, chr mit dpa