Politik

Trump feuert Demonstranten an Erste US-Staaten kündigen Lockerungen an

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Ein Wandbild in der Nähe eines Krankenhauses in Dallas, Texas.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit seinem kürzlich vorgestellten Stufenplan will Trump die Vereinigten Staaten aus der Corona-Krise führen. Nun kündigen die ersten Bundesstaaten an, ihre Schutzmaßnahmen zurückzuschrauben. Derweil heizt der US-Präsident Proteste gegen strenge Corona-Regeln an.

Nach den neuen Richtlinien von US-Präsident Donald Trump in der Corona-Krise haben erste Bundesstaaten vorsichtige Lockerungen der Schutzmaßnahmen angekündigt. Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, sagte in Austin, derzeit geschlossene Läden könnten von Freitag nächster Woche an wieder öffnen, wenn sie Waren lieferten, schickten oder zur Abholung bereitstellten. Mit der Wiedereröffnung von Parks unter Verwaltung des Bundesstaats werde bereits am Montag begonnen. Besucher müssten aber Schutzmaßnahmen befolgen. Schulen blieben in diesem Schuljahr geschlossen. 

Minnesotas Gouverneur Tim Walz kündigte an, dass unter anderem Parks, Wanderwege, Golfplätze, Freiluft-Schießstände und Läden zum Verkauf von Angelködern wieder öffnen könnten, wenn Besucher Schutzmaßnahmen befolgten. "Es ist wichtig für uns, aktiv zu bleiben und die Natur zu genießen und gleichzeitig die Verbreitung von Covid-19 zu verhindern", sagte Walz nach einer Mitteilung. In Vermont können unter bestimmten Bedingungen Händler wieder öffnen und Bauarbeiten wieder aufgenommen werden. 

Trump will die USA mit den am Donnerstag vorgestellten Richtlinien in drei Phasen auf den Weg zur Normalität zurückführen und die Wirtschaft graduell wieder öffnen. Eine landesweite Schließung könne keine langfristige Lösung sein, betonte Trump. In den USA ist die Arbeitslosigkeit wegen der Corona-Krise zuletzt dramatisch angestiegen.

"Der Präsident ist entgleist"

Trump gab keinen genauen Zeitplan vor und überließ die Entscheidung den Gouverneuren der 50 Bundesstaaten. Dennoch heizte der Präsident Proteste von Konservativen gegen strenge Schutzmaßnahmen an. Auf Twitter schrieb der Republikaner in Großbuchstaben unter anderem "Befreit Michigan!", "Befreit Minnesota!" - und "Befreit Virginia" - alle drei Bundesstaaten werden von demokratischen Gouverneuren regiert, die strenge Schutzmaßnahmen erlassen haben. In den drei Bundesstaaten war es in den vergangenen Tagen zu Demonstrationen gegen die Maßnahmen gekommen. 

*Datenschutz

Der demokratische Gouverneur von Washington, Jay Inslee, verurteilte die "illegalen und gefährlichen" Äußerungen Trumps. "Der Präsident ist entgleist", hieß es in einer Mitteilung Inslees. "Er bringt Millionen Menschen in Gefahr, an Covid-19 zu erkranken. Seine verstörenden Tiraden und seine Aufrufe, wonach Menschen Bundesstaaten 'befreien' sollen, könnten auch zu Gewalt führen." Trump hatte am Donnerstag mit Blick auf die Demonstranten gesagt: "Ich denke, sie hören auf mich. Es scheinen Demonstranten zu sein, die mich mögen."

Trumps Plan sieht eine weitgehende Rückkehr zur Normalität in drei Schritten vor, wenn in Bundesstaaten oder Regionen in den USA bestimmte Kriterien erfüllt sind. So soll dort beispielsweise vor jeder neuen Phase die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen jeweils über einen 14-tägigen Zeitraum abgenommen haben.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa