Politik

Nationale Verbote werden einfacher Europa bekommt neues Genpflanzen-Gesetz

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Ein Acker als Freilandlabor mit gentechnisch veränderten Kartoffelpflanzen in Sagerheide bei Rostock.

(Foto: dpa)

Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments will den einzelnen Regierungen künftig mehr Spielraum geben, um den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen auf ihren Territorium zu untersagen. Umweltschützer begrüßen die Entwicklung.

Europa steuert auf neue Anbauregeln für Genpflanzen zu. Damit könnten die EU-Staaten mehr Spielraum für Anbauverbote auf heimischen Äckern bekommen. Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments einigte sich in Brüssel auf einen Vorschlag, wonach die Regierungen mehr Gründe für nationale Verbote in Europa zugelassener Pflanzen geltend machen können. Bisher müssen Anbauverbote mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen belegt werden, was als schwierig gilt.

Im nächsten Schritt muss sich das Parlament mit den Staaten einigen. Unterhändler planten ein erstes Treffen schon in Kürze. Im Sommer hatten sich die EU-Umweltminister darauf verständigt, nationale Verbote auch unter Berufung auf die öffentliche Ordnung oder sozioökonomische Gründe möglich zu machen.

Der Vorschlag des Umweltausschusses führt nun noch mehr Argumente auf - etwa den Umweltschutz. Demnach wäre es auch möglich, den Anbau zu verbieten, um Resistenzen gegen Pflanzenschutzmittel zu vermeiden. Naturschützer begrüßten die Entscheidung.

Derzeit werden in Europa kaum genveränderte Pflanzen kommerziell angebaut. Nach Zahlen der EU-Kommission baut vor allem Spanien den Genmais MON 810 an, in Deutschland werden genveränderte Pflanzen wie in den meisten EU-Staaten nur zu Forschungszwecken, nicht aber als Tierfutter oder als Nahrung angebaut.

Quelle: ntv.de, ppo/dpa