Politik

Verantwortlich für Massaker Ex-Folterchef der Roten Khmer ist tot

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"Genosse Duch" wurde 2010 zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt. Später erhielt er eine lebenslange Haftstrafe.

(Foto: picture alliance / dpa)

In den Siebzigerjahren errichten die Roten Khmer unter Pol Pot eine Schreckensherrschaft in Kambodscha. Millionen Menschen fallen dem Terror der Steinzeit-Kommunisten zum Opfer. Nun ist einer der berüchtigtsten Handlanger des Regimes im Alter von 77 Jahren gestorben.

Der einstige Folterchef der menschenverachtenden Roten Khmer in Kambodscha, Kaing Guek Eav, alias "Genosse Duch", ist tot. Er starb im Alter von 77 Jahren in einem Krankenhaus in der Hauptstadt Phnom Penh, wie der Sprecher des Rote-Khmer-Tribunals, Neth Peaktra, sagte. Die genaue Todesursache war zunächst nicht bekannt. Er galt als einer der Hauptverantwortlichen der Massaker unter der Schreckensherrschaft von Pol Pot.

Die Roten Khmer wollten eine kommunistische Agrargesellschaft verwirklichen und vertrieben zu diesem Zweck die Städter aufs Land. Hunderttausende starben durch Hungersnöte, Seuchen und Zwangsarbeit. Das Regime ließ weitere Hunderttausende als Feinde der Revolution foltern und hinrichten. Von 1975 bis 1979 kamen unter der Schreckensherrschaft der Roten Khmer und ihres Anführers Pol Pot nach Schätzungen bis zu 2,2 Millionen der 8 Millionen Einwohner ums Leben.

Duch war 2010 als erster der ranghohen Vertreter des ultrakommunistischen Regimes wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Nachdem das Tribunal eine Berufung abgelehnt hatte, erhielt er 2012 eine lebenslange Haftstrafe. Als Leiter des Gefängnisses S-21 war er für Folter und Tod Tausender Gefangener verantwortlich. Vor Gericht hatte er Reue gezeigt, gleichzeitig aber betont, er habe nur Befehle ausgeführt.

In dem als Tuol Sleng bekannten Gefängnis, in dem sich heute ein Genozid-Museum befindet, wurden von 1975 bis 1979 mehr als 12.000 Menschen festgehalten, gefoltert und auf den berüchtigten Killing Fields ermordet - nur ganz wenige überlebten das Grauen. Das S-21 galt als die wohl brutalste Foltereinrichtung der Roten Khmer. Die Verbrechen Duchs gehörten "ohne Zweifel zu den schlimmsten seit Beginn der menschlichen Geschichtsschreibung", hatte 2012 der Präsident der Revisionskammer, Kong Srim, vor Gericht betont. Er nannte das Gefängnis eine "Todesfabrik".

Quelle: ntv.de, jpe/dpa