Politik

Korruptionsprozess in China Ex-Interpol-Chef bekennt sich schuldig

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Meng Hongwei muss sich in China wegen Korruption verantworten.

(Foto: REUTERS)

Der Fall sorgte für Aufsehen: Während eines Besuchs in China verschwindet 2018 der damalige Präsident von Interpol. Später teilen die Behörden mit, er habe sich der Korruption schuldig gemacht. Nun beginnt der Prozess gegen Meng Hongwei, der angeblich "Reue" zeigt.

Der ehemalige Interpol-Chef Meng Hongwei hat sich zu Beginn seines Prozesses in China der Korruption schuldig bekannt. Meng habe während der Anhörung zugegeben, 2,1 Millionen Dollar, umgerechnet 1,86 Millionen Euro, Bestechungsgelder angenommen zu haben, erklärte das zuständige Gericht in der nordostchinesischen Stadt Tianjin im chinesischen Kurzbotschaftendienst Weibo.

Der frühere chinesische Vize-Minister für öffentliche Sicherheit Meng habe vor Gericht "Reue gezeigt", hieß es. Das Urteil gegen ihn werde zu späterer Zeit verkündet, schrieb das Gericht.

Meng Hongwei war im September 2018 während eines Besuchs in China verschwunden. Er lebte zuvor in Lyon, dem Sitz der internationalen Polizeibehörde in Frankreich. Später teilten die chinesischen Behörden mit, er sei der Korruption beschuldigt worden und von seinem Posten an der Spitze von Interpol zurückgetreten.

Auch von der Kommunistischen Partei wurde er ausgeschlossen. Die Vorwürfe beziehen sich auf Mengs Zeit als Leiter der Marinepolizei und als stellvertretender Minister für öffentliche Sicherheit in China.

Meng war von November 2016 bis Oktober 2018 Präsident von Interpol. Sein Verschwinden im Herbst vergangenen Jahres sorgte für großes Aufsehen. Am 5. Oktober meldete ihn seine Frau als vermisst, nachdem sie nichts mehr von Meng gehört hatte. Am 7. Oktober gab Interpol bekannt, dass Meng seinen Rücktritt übermittelt habe.

Quelle: n-tv.de, kpi/AFP

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