Politik

Wohl essentieller Tremor Experte hält Zittern für "nichts Dramatisches"

Der Mediziner Christoph Specht vermutet hinter dem Zittern bei Kanzlerin Merkel einen sogenannten essentiellen Tremor, wie ihn manche Menschen im Laufe des Lebens entwickeln. Dies sei jedoch kein Anzeichen auf ein gravierendes Problem, so der n-tv Gesundheitsexperte.

Christoph Specht, Gesundheitsexperte von n-tv, hält das Auftreten eines essentiellen Tremors für die plausibelste Erklärung für die wiederholten Zitteranfälle von Kanzlerin Angela Merkel. Der Arzt sagte bei n-tv, Ferndiagnosen seien zwar schwierig. Bei aller gebotenen Vorsicht liefen alle bisher abgegebenen Erklärungen jedoch ins Leere. "Für mich spricht vieles dafür, dass es nichts besonders Dramatisches ist", sagte der Mediziner. Wenn ein essentieller Tremor gut untersucht sei, weise er nicht auf ein gravierendes gesundheitliches Problem hin.

Laut Specht tritt ein solcher essentieller Tremor in Ruhemomenten auf, wenn der Körper nicht aktiv sei. "Hier ist es so, dass der Tremor offensichtlich nur ihm Stehen auftaucht. Wenn sie dann anschließend wieder geht, ist er wieder weg. Und sie erholt sich auch ganz extrem schnell davon wieder", sagte Specht. Essentielle Tremores hätten keine bestimmte Ursache, sondern tauchten "im Alter des Lebens" auf.

Eine Erkrankung des Hirns hält Specht für unwahrscheinlich. Zum einen sei die Kanzlerin nach den bisherigen Anfällen sicherlich gründlich untersucht worden. Zum anderen sei "das Zittern bei Parkinson typischerweise recht feinschlägig". Bei Merkel zeige sich dagegen eher "ein Schütteln als ein kleines Zittern".

Beim Empfang des finnischen Ministerpräsidenten Antti Rinne hatte Merkel am Mittag zum dritten Mal innerhalb der vergangenen drei Wochen einen Zitteranfall gehabt. Merkel hatte anschließend gesagt: "Mir geht es gut." Sie sei noch in einer Verarbeitungsphase von dem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten. "Man muss sich keine Sorgen machen."

Zum ersten Mal war das Zittern bei einem Empfang des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyi vor drei Wochen aufgetreten. Damals hatte die Regierung Wassermangel als vermutete Ursache angegeben. Als das Zittern bei der Ernennung von Christine Lambrecht zur neuen Justizministerin erneut auftrat, gab die Kanzlerin bereits an, es habe sich um einen "psychologisch-verarbeitenden Prozess" der Erlebnisse von dem Besuch Selenskyis gehandelt.

Quelle: n-tv.de, jog

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