Politik

Sturmangriffe dauern an Experten erwarten Scheitern russischer Donezk-Offensive

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Russische Soldaten bringen bei Awdijiwka einen Mörser in Position.

(Foto: REUTERS)

Moskau intensiviert seine Angriffe in der Region Donezk. Der ukrainische Oberbefehlshaber Saluschnyj spricht von bis zu 80 Attacken täglich. US-Experten glauben allerdings nicht an einen durchschlagenden Erfolg der Offensivoperationen.

Das russische Militär versucht laut der US-Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) offenbar, frisch mobilisierte Reservisten einzusetzen, um die Offensive in der Region Donezk voranzutreiben. Die erhöhte Personalstärke an der Front könnte es Moskau ermöglichen, Geländegewinne zu erzielen, schreiben die Analysten in ihrem aktuellen Lagebericht. Mangelhafte Ausbildung, schlechte Logistik und unzureichende Führung werde Moskau allerdings weiterhin daran hindern, operativ entscheidende Erfolge zu erzielen, die den Verlauf oder das Ergebnis des Krieges wesentlich beeinflussen würden, so die Experten.

Bereits am Freitag meldete die ukrainische Armee eine Intensivierung der Kämpfe mit russischen Truppen im Gebiet Donezk. Der ukrainische Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj berichtete, Moskau habe seine Angriffe verdreifacht. Er sprach von bis zu 80 Attacken täglich. Die Lage an der Front sei "angespannt, aber unter Kontrolle", teilte Saluschnyj auf Telegram mit.

Schwerpunkte der Gefechte sind Kiew zufolge die Städte Bachmut und Awdijiwka. Gegen die ukrainischen Stellungen in Bachmut läuft vor allem die Söldnergruppe Wagner an. Russischen Kriegsbloggern zufolge sollen Moskaus Einheiten seit Anfang November jedoch nur kleine Geländegewinne von 100 Metern rund um den strategisch wichtigen Verkehrsknotenpunkt erzielt haben. Awdijiwka wenige Kilometer nördlich der Gebietshauptstadt Donezk ist seit 2014 Frontstadt. Auch dort kommen Moskaus Truppen seit Kriegsbeginn vor acht Monaten kaum voran.

Angesichts der heftigen Sturmangriffe geht Kiew seit Tagen von hohen russischen Verlusten aus und spricht von täglich mehreren Hundert Toten. Russlands Truppen versuchen wahrscheinlich die Orte einzunehmen, damit Moskau einen Erfolg vorweisen kann, indem es die "Befreiung" des Donbass verkündet, sagte Serhij Tscherewatyj, Sprecher der ukrainischen Armeegruppe im Osten des Landes, in einem TV-Interview. Dabei würde eine Eroberung der Städte dem Kreml nicht die Kontrolle über die gesamte Region geben.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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