Politik

Mindestabstand im Flugzeug Experten fordern Regeln für den Flugverkehr

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Die Abstände von 1,5 Metern müssten "zwingend" eingehalten werden, fordern Liese und Ulrichs.

(Foto: imago/Arnulf Hettrich)

Zur Freude vieler Urlauber werden die bestehenden Reisebeschränkungen langsam gelockert. Doch Flugreisen begünstigen die Ausbreitung des Coronavirus, warnen Experten. Sie fordern Kanzlerin Merkel und EU-Kommissionschefin von der Leyen zum Handeln auf.

Mit der Wiederaufnahme des Flugverkehrs steigt das Risiko, dass das Coronavirus erneut in Regionen getragen wird, wo man es bereits erfolgreich bekämpft hatte. Zu dem Schluss kommen der EVP-Abgeordnete des Europaparlaments Peter Liese und der Professor für Mikrobiologie Timo Ulrichs von der Akkon-Hochschule für Humanwissenschaften. In einer gemeinsamen Stellungnahme an Bundeskanzlerin Angela Merkel und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die ntv und RTL vorliegt, raten die Experten zu gesetzlichen Regelungen für Fluggesellschaften zur Einhaltung der Mindestabstände, sollten die Airlines sich nicht freiwillig dazu verpflichten.

Generell begünstige zunehmender Flugverkehr die Ausbreitung einer zweiten Welle im Herbst. Anders als manche Fluggesellschaft behauptet, seien die Filteranlagen der Flugzeugkabinen nicht virendicht, heißt es in dem Schreiben. Es sollten nur solche Masken auf Flügen zugelassen werden, die den Mund-Nase-Bereich seitlich gut abschließen, "denn sonst kann leicht ein Hustenstoß von innen gegen die Maske dazu führen, dass Aerosole seitlich austreten und vom Sitznachbarn eingeatmet werden".

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Doch selbst bei einem solchen Maskenmodell und funktionierender Lüftung sei es nicht verantwortbar, die Maschinen bis auf den letzten Platz zu besetzen. Mindestens zum Trinken werde die Maske auf längeren Flügen abgesetzt. Die Abstände von 1,5 Metern müssten "zwingend" eingehalten werden. Das bedeute, jeweils ein Mittelsitz oder jede zweite Reihe müssten freigehalten werden. Bei dieser Empfehlung orientieren sich Ulrichs und Liese an den Leitlinien, die die EU-Behörde für Luftfahrtsicherheit (EASA) und das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) kürzlich entwickelt haben. Diese Leitlinien müssten "so streng wie möglich umgesetzt werden", notfalls eben mit einer gesetzlichen Vorgabe.

Auch beim Check-in, beim Sicherheitscheck und beim Betreten und Verlassen der Flughafengebäude müssen die Abstandsregeln durchgesetzt werden. Die Autoren fordern explizit detaillierte Regeln für das Boarding und De-Boarding.

Quelle: ntv.de, nla