Politik

Trump wittert Manipulation FBI entlastet Clinton

Zwei Tage vor der US-Präsidentschaftswahl erklärt das FBI, in der wiederaufgerollten E-Mail-Affäre gebe es keine Hinweise auf ein kriminelles Verhalten von Hillary Clinton. Mit der Nachricht dürfte Clinton in der Wählergunst noch einmal an Boden gut machen.

Die US-Republikaner haben die jüngste Entscheidung der Bundespolizei FBI in der E-Mail-Affäre um die Demokratin Hillary Clinton kritisiert. Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump ging am Sonntag zunächst zwar nicht direkt auf den von FBI-Chef James Comey verkündeten Verzicht auf ein Ermittlungsverfahren gegen Clinton ein; in einer Rede im Bundesstaat Minnesota ließ er aber Unzufriedenheit durchblicken: "Das System ist manipuliert, sie wird protegiert", sagte er mit Blick auf Clinton.

FBI-Chef Comey

FBI-Chef Comey

(Foto: dpa)

Trump sagte voraus, dass Clinton mit langwierigen juristischen Auseinandersetzungen werde rechnen müssen. "Gegen Hillary Clinton wird lange Zeit ermittelt werden, wegen ihrer vielen Verbrechen gegen unsere Nation, unser Volk und unsere Demokratie." Clinton selbst nahm in einem Wahlkampfauftritt in Cleveland keinen Bezug auf die neue Entwicklung in dem Fall, ihre Berater reagierten aber erleichtert: "Wir sind froh, dass die Angelegenheit nun geklärt ist", sagte Clintons Wahlkampfdirektorin Jennifer Palmieri vor Reportern in Clintons Flugzeug.

"Comey muss unter enormem politischen Druck stehen"

Trumps Wahlkampfchefin Kellyanne Conway sagte, die neuerliche Entscheidung des FBI ändere "überhaupt nichts". Das FBI habe den Fall "von Anfang an falsch gehandhabt", kritisierte Conway. Sie legte den Verdacht nahe, dass Clinton vom FBI begünstigt werde: Offenbar gebe es unterschiedliche Regeln für Clinton und "für uns, die kleinen Leute".

Ähnlich äußerte sich der frühere Parlamentspräsident Newt Gingrich, ein politischer Unterstützer Trumps. "Comey muss unter enormem politischen Druck stehen, um auf derartige Weise einzulenken und etwas zu verkünden, was er überhaupt nicht wissen kann", schrieb Gingrich auf Twitter.

Comey hatte am Sonntag, zwei Tage vor der Wahl, erklärt, das FBI habe auch in kürzlich neu entdeckter Korrespondenz keine Hinweise auf möglicherweise strafbare Handlungen der demokratischen Präsidentschaftskandidatin gefunden. Die vorangegangenen neuen Untersuchungen der Bundespolizei hatten Clinton unter Druck gesetzt, ihr Konkurrent Trump hatte sie für massive Angriffe genutzt.

Clinton hatte in ihren vier Jahren als Außenministerin unter Verstoß gegen die geltenden Regeln private und somit nicht sonderlich geschützte Server für ihre dienstliche Kommunikation genutzt. Comey erteilte ihr dafür im Juli eine scharfe Rüge, sah aber keinen Hinweis auf strafbares Verhalten. Das Justizministerium verzichtete daraufhin auf ein Ermittlungsverfahren.

Quelle: n-tv.de, vpe/jve/AFP

Mehr zum Thema