Politik

Leiter von drei Seniorenheimen FDP-Politiker tritt nach Impfvorzug zurück

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Sein Landtagsmandat behält Bombis.

(Foto: imago/Eibner)

Trotz seiner erst 49 Jahre ist Ralph Bombis schon geimpft: Der FDP-Politiker legt nun alle seine Parteiämter nieder. Auch, weil in den von ihm geleiteten Einrichtungen auch Personen aus seinem nahen Umfeld bevorzugt geimpft wurden. Das will der Landtagsabgeordnete allerdings jetzt erst erfahren haben.

Nach Debatten über vorzeitige Corona-Impfungen ist der 49-jährige nordrhein-westfälische FDP-Landespolitiker Ralph Bombis von seinen Parteiämtern zurückgetreten. Dies teilte der Landtagsabgeordnete bei einer digitalen Vorstandssitzung der FDP Rhein-Erft mit, wie der FDP-Kreisverband auf seiner Internetseite bestätigte. Bombis begründete seinen Schritt demnach "mit einem neuen Sachstand bezüglich der Berichterstattung zu Corona-Schutzimpfungen betreffend seiner Person".

In der vergangenen Woche hatten mehrere Medien übereinstimmend berichtet, dass Bombis als Geschäftsführer dreier Senioren- und Pflegeheime bereits gegen das Coronavirus geimpft worden sei, obwohl er erst 49 Jahre alt ist. Bombis begründete dies laut Berichten damit, er habe eine gewisse "Impfzögerlichkeit beim Pflegepersonal" der Einrichtungen festgestellt und deshalb als "Vorbild" vorangehen wollen. Zudem hatte er auf Twitter geschrieben, dass er regelmäßig in den Pflegeeinrichtungen sei und Bewohner und Mitarbeiter, mit denen er in Kontakt komme, schützen wollte.

"Neuer Sachverhalt"

Die sofortige Aufgabe seiner Parteiämter - Kreisvorsitzender, Mitglied des FDP-Landesvorstands sowie Bezirksvorstand der FDP Köln - begründete er nun laut "Kölner Stadt-Anzeiger" damit, dass in der Debatte über die Impfung "zu meinem großen Bedauern noch einmal ein neuer Sachstand eingetreten" sei. In einer persönlichen Erklärung schrieb Bombis dem Bericht zufolge, er habe am Donnerstag erfahren, dass aus Impfresten in seiner Pflegeeinrichtung auch "Personen aus meinem engen persönlichen Umfeld" geimpft worden seien. Darunter auch seine Ehefrau, die als Prokuristin in den Einrichtungen arbeite.

"Dieser neue Sachverhalt ist - unabhängig von einer rechtlichen Bewertung, die von anderen vorzunehmen ist - politisch von mir zu verantworten", zitierte die Zeitung aus der Erklärung von Bombis. Der FDP-Politiker aus Erftstadt kündigte demnach zugleich an, dass er sich bei der NRW-Wahl im nächsten Jahr nicht mehr um ein Abgeordnetenmandat bewerben werde. Bombis sitzt seit dem 31. Mai 2012 für die Liberalen im Düsseldorfer Landtag.

Quelle: ntv.de, tsi/AFP/dpa

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