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"Keiner ist geeigneter als Lindner" FDP denkt an Röslers Nachfolge

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Kubicki: Für Rösler kam die Übernahme des Spitzenamtes im Mai vergangenen Jahres "zwei, drei Jahre zu früh gewesen".

(Foto: picture alliance / dpa)

Der FDP Parteichef Rösler braucht Rückendeckung. Die Krise der Partei wird vor allem ihm angelastet. Doch statt Unterstützung aus den eigenen Reihen bekommt er einen weiteren Stoß. Der FDP Spitzenkandidat aus Schleswig-Holstein, Kubicki, spekuliert über seine Nachfolge.

Was für Raubtiere gilt, trifft bekanntlich auch auf Politiker zu. Sind sie verletzt, beißen sie wild um sich. Der FDP-Spitzenkandidat in Schleswig-Holstein, Wolfgang Kubicki, ist verletzt: Am 6. Mai steht er im Norden zur Wahl und muss um den Einzug seiner Partei in den Landtag bangen. Auch Kubicki beißt also wild um sich.

Vor wenigen Wochen wünschte er sich den verstorbenen Spitzenliberalen Jürgen Möllemann zurück. Er sagte: "Solch schlechte Umfragewerte hätten wir nicht, wenn er da wäre." Dann erklärte er Philipp Rösler kurzerhand zum ewigen ParteichefRösler bleibt "ewig" , stritt ab, dass die Landtagswahl im Norden Einfluss auf sein Amt an der Spitze der FDP hätte. Kaum eine Woche später nun spricht Kubicki über Röslers Nachfolge. Sein Favorit: der Ex-Generalsekretär und designierte Landesvorsitzende in Nordrhein-Westfalen, Christian Lindner.

"Ich sehe momentan in der Partei keinen anderen, der sozusagen geeigneter wäre, die Nachfolge von Philipp Rösler anzutreten, wann immer er sich dazu entscheiden sollte, nicht mehr zu kandidieren", sagte Kubicki auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Lindner. Der 33-Jährige gehöre für ihn "zur Spitze unserer Personalreserve", so Kubicki.

Dann biss sich Kubicki an Rösler fest: Für Rösler sei die Übernahme des Spitzenamtes im Mai vergangenen Jahres "zwei, drei Jahre zu früh gewesen", sagte er. Und: Die FDP habe selbstverständlich Personal, den Parteivorsitzenden zu ersetzen.

Die Wahlen in Schleswig-Holstein am 6. Mai und dann am 13. Mai in Nordrhein-Westfalen gelten als Rösler hat keine Chance . Seit Wochen muss sich der Parteivorsitzende dem Vorwurf stellen, ihm sei es nicht gelungen, die Partei aus dem Umfragetief zu heben.

Politiker gut, Partei nicht

Im jüngsten ZDF-Politbarometer stagniert die FDP bei drei Prozent. Rösler erreicht im Politiker-Ranking einen neuen Tiefstwert. Kubickis jüngste Aussagen dürften Rösler kaum aus dem Beliebtheitskeller treiben, doch vielleicht retten sie das verletzte Tier FDP. In Nordrhein-Westfalen erreicht die Partei laut aktuellen Umfragen erstmals wieder die Fünf-Prozent-Marke.

Obwohl sie keine klare Richtung erkennen lässt, hat in Schleswig-Holstein wohl nicht zuletzt Kubickis Bissigkeit der vergangenen Wochen dafür gesorgt, dass sich die Partei von 4 auf 6 Prozent steigern konnte. Ein Indiz dafür ist die Beliebtheit des als markant und schlagfertig geltenden Kubickis im Norden: Laut Infratest Dimap könnten sich 31 Prozent der Schleswig-Holsteiner vorstellen, Kubicki zu wählen, wenn er nur nicht in der FDP wäre.

Quelle: n-tv.de, mit dpa

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