Politik

Fake-Anruf aus Nawalny-Umfeld Peskow Junior will nicht an die Ukraine-Front

Teilmobilmachung in Russland, aber nicht für alle: Der Sohn von Kreml-Pressesprecher Peskow fällt auf einen Fake-Anruf aus dem Nawalny-Umfeld herein. Als er hört, dass er zur Musterung für den Kriegseinsatz gegen die Ukraine vorgeladen ist, sagt er, dass er die Sache anders regeln werde.

Als Moderator Dmitri Nizowtsew in einer Live-Sendung zum Telefon greift, dürfte seinem Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung das Blut gefroren sein. Nikolai Peskow, Sohn von Kreml-Pressesprecher Dmitri Peskow, erfährt von einem vermeintlichen Militärkommissar, dass eine Vorladung zur militärischen Einberufung verschickt worden sei und er am nächsten Tag um 10 Uhr zu einer medizinischen Untersuchung erscheinen müsse. "Sie müssen verstehen, wenn Sie wissen, dass ich Herr Peskow bin, wie falsch es für mich ist, dort zu sein. Kurz gesagt, ich werde mich auf einer anderen Ebene darum kümmern", antwortet Peskows Sohn.

Das entlarvende Gespräch ist live auf dem Youtube-Kanal Popular Politics zu sehen, der von Anhängern des Kreml-Gegners Alexej Nawalny betrieben wird. Peskows Sohn sagt weiter, dass er nicht zum Einberufungsamt kommen werde und seine Zustimmung zur freiwilligen Einberufung nicht gegeben habe. "Ich muss ganz allgemein verstehen, was vor sich geht und welche Rechte ich habe. Dass Sie mich morgen abziehen - glauben Sie mir, das brauchen weder Sie noch ich." Als der Moderator Nizowtsew insistiert, sagt der junge Peskow weiter: "Ich habe kein Problem damit, mein Heimatland zu verteidigen - aber ich muss die Zweckmäßigkeit meines Erscheinens dort verstehen, ich spreche von bestimmten politischen Nuancen", fügt er hinzu.

Peskow Junior sagt noch, dass er in den Dokumenten nicht als Freiwilliger bezeichnet werden dürfe. "Ich werde tun, was mir gesagt wird. Wenn Wladimir Wladimirovich sagt, ich muss dorthin gehen, werde ich gehen", führt er mit Verweis auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin aus, fügt aber hinzu: "Ich bin kein einfacher Mann."

Nawalny: Wirft russische Bürger in den Fleischwolf

Der im Straflager inhaftierte Nawlany sagte bei einem Auftritt vor Gericht, dass Putins "verbrecherische Krieg" immer schlimmere Ausmaße annehme. Putin wolle so viele Menschen wie möglich in das Blutvergießen in der Ukraine mit hineinziehen, sagte Nawalny. "Um seine eigene Macht zu verlängern, zerfleischt er das Nachbarland, tötet dort Menschen. Und jetzt wirft er noch eine riesige Zahl an russischen Bürgern in den Fleischwolf", sagte Nawalny.

Der russische Präsident hatte am Morgen eine Teilmobilmachung der Russen im wehrfähigen Alter angekündigt. Nach Angaben von Verteidigungsminister Sergej Schoigu sollen rund 300.000 Reservisten zur Verstärkung der russischen und separatistischen Kräfte in den Osten und Süden der Ukraine entsandt werden. Mobilisieren ließen sich laut Schoigu aber bis zu 25 Millionen Menschen - dies ist die Gesamtzahl der Reservisten in Russland.

(Dieser Artikel wurde am Mittwoch, 21. September 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, mau

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